MIT VOLLEM KÖRPEREINSATZ GETESTET
10.08.2009
Nike präsentiert ein kleines Accessoire für Läufer, mit dem sie auch ohne iPod und iPhone Laufdaten aufnehmen können: das Nike+-Sportarmband. Ob sie nun aus Freude am Sport die Füße in die Hände nehmen oder ein paar Pfunde verlieren möchten, ihre Trainingserfolge können Jogger mit dem neuen Armband stilvoll messen und am Computer auswerten. macmagazin.de hat das ausprobiert.

Das Nike+-Sportarmband kommt in einer ansprechenden Polycarbonat-Schachtel daher, im Inneren der kleinen Box findet man neben dem Armband auch den Sensor. Entfernt man die Einlage, kommt darunter eine Anleitung zum Vorschein. Sowohl das Armband als auch der Empfänger am Armband sind mit einer Transportsicherung versehen, die man sogleich entsorgen kann, denn von nun an will man mit dem neuen Begleiter ja regelmäßig unterwegs sein.
Bevor man sich aber auf die Socken macht, sollte man den Anweisungen des Herstellers folgen und den Empfänger vollständig aufladen. Dazu installiert man die Software, noch bevor man das Gerät in den USB-Port des Rechners steckt. Diese kannst man von der Nike+-Internetseite unter dem Menüpunkt Hilfe herunterladen. Danach steckt man den Empfänger mit der leichten Krümmung nach unten gerichtet in einen USB-Port.
Beide Testmodelle sind zu rund 75 Prozent geladen, eine Aufladung von zwei Stunden ist deshalb nicht notwendig. Am besten lässt man das Gerät solange Strom zapfen, bis die Ladeanzeige erklärt, es sei “Full”. Ein kleiner Tipp: Sollte nach dem Einstecken kein Zeichen für die Aufladung im Display blinken, hilft es, kurz den oberen Knopf zu drücken oder das Gerät herauszuziehen und es erneut einzustecken.

Der Sensor registriert das Aufsetzen des Fußes und bestimmt so die zurückgelegte Strecke, die als Grundlage für die Durchschnittsgeschwindigkeit und den Kalorienverbrauch dient, welche das Gerät am Handgelenk mitteilt.
Den Sensor kann man entweder passgenau in Nike+-Laufschuhen platzieren auch in eine kleine Neoprenhalterung stecken, wie sie Hersteller Marware anbietet. Diese wird dann an den Sportschuh angehängt. Der richtige Sitz des Sensors ist für die Erfassung der korrekten Daten wichtig. Steckt man ihn sich beispielsweise in die Socke, produziert er falsche Lauf-Daten.
Vor dem Laufen kommt die Vorbereitung: Stretchen, beugen, ziehen – und mehr. In diesem Fall lege ich das Armband an und verstaue den Sensor in meinem Schuh. Das Nike+ Sportband ist leicht und trägt sich dadurch angenehm. Die Bedienung ist denkbar einfach, über den oberen Knopf kann man die Aufzeichnung starten, pausieren und beenden. Mit dem seitlich angebrachte Button lässt sich zwischen der Distanz-, Tempo-, Zeit- und Kalorien-Anzeige hin- und herschalten.
Als Teststrecke dient mir eine Runde um den Botanischen Garten in Berlin, die Strecke ist rund 3,8 Kilometer und in der Schmitt-Ott-Straße muss man einen Anstieg mit einer Steigung von knapp zwanzig Prozent bewältigen.
Die Strecke laufe ich drei Mal, beim ersten Lauf ist der Sensor nicht richtig platziert und produziert unbrauchbare Daten. Beim zweiten Lauf achte ich auf den richtigen Sitz, nun verkündete mir der Lauftrainer an meinem Handgelenk passende Werte. Das soll nicht heißen, das sie exakt sind: Das Gerät vermeldet eine Strecke von drei Kilometern in einer Zeit von 19 Minuten und 11 Sekunden. Daraus errechnet das Gerät eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 6,22 Minuten pro gelaufenem Kilometer und 249 verbrauchte Kalorien. Die Zeit nimmt der Lauftrainer exakt, nur beim Zählen der Schritte ist er etwas ungenau.

Vor dem dritten Lauf kalibriere ich den Sensor. Zwar schreibt der Hersteller in der Anleitung des Geräts, dies sei für die meisten Läufer nicht notwendig, ich allerdings empfehle die Kalibrierung in jedem Fall.
Nach dem dritten Lauf zeigt das Gerät 3,19 Kilometer an, die ich in 17 Minuten und 15 Sekunden zurückgelegt habe – eigentlich wäre eine weitere Kalibrierung von Nöten. Die Durchschnittsgeschwindigkeit gibt er mit 5,23 Minuten pro Kilometer und 265 Kalorien an.
Die gesammelten Daten der Läufe lädt man auf die Internetseite von Nike+ hoch. Dazu schließt man den Empfänger an den USB-Port des Macs. Auf Nikes Internetseite kann man einzelne Läufe aufrufen und miteinander vergleichen, sie der Community präsentieren und Trainingsziele definieren. Dazu gibt es diverse grafische Darstellungen der Laufdaten. Damit man gesteckten Ziele nicht vergisst, kann der Computer einen daran erinnern. Zudem sieht man die gesamte gelaufene Strecke der Community und kann sich Strecken vorschlagen lassen.
Für Läufer, ungefähr wissen möchten, welche Strecken sie bereits hinter sich haben, ist Nikes Armband-Pedometer ausreichend. Je genauer ihnen die Kalibrierung gelingt, um so sinnvoller ist der Einsatz.
Läufer, die Abends unterwegs sind, dürften eine Beluchtung des Displays vermissen. Laufveteranen, die ihre Daten noch über einen iPod und das iPhone aufzeichnen, könnte zudem die Musik fehlen.
Der wichtigste Trumpf der Nike+-Lösung ist und bleibt die riesige Läufer-Community: Die Community-Funktionen der Nike+ Seite bieten zahlreiche Möglichkeiten, Daten auszuwerten, gemeinsam mit anderen zu laufen und sich mit anderen zu messen. Läufer können hier ein Trainingsprogramm entwerfen.
Das Armband inklusive Sensor kostet rund 60 Euro. Wer zur Motivation einen Powersong braucht und im Besitz eines passenden iPods oder iPhones ist, kann auch auf das Nike+-Sportkit für 29 Euro zurückgreifen.
1 Kommentar
Habe den Nike+ Sensor auch mal ausgiebig auf einer 400 Meter Bahn getestet. Hatte damals keinen Nike+ Schuh und habe den Sensor per Tasche mittig auf dem Schuh befestigt. Bin Kalibrierungskilometer ohne Ende gelaufen, habe den Sensor an verschiedenen Stellen befestigt und und und. Das Resultat war immer das Selbe: Abweichung +/- 30%
Mein Fazit: 29€ zu teuer! Als Motivation um von der Couch zu kommen vielleicht ganz nett aber als Km-Messer absolut unbrauchbar.