ZEHNFACHER LEISTUNGSSCHUB IM MACBOOK
14.07.2009
War es vor kurzem noch ein MacBook Pro, dem wir mit einer SSD von OCZ auf die Sprünge geholfen haben, so ist diesmal ein weißes MacBook dran. Mit einer SSD-Festplatte desselben Herstellers, allerdings aus der Vertex-Reihe, zünden wir den Turbo. Die Vorteile der SSDs: Sie sind unerschütterlich, lautlos und außerdem schneller als herkömmliche 2,5-Zoll-SATA-Festplatten.
OCZ beziffert die Lesegeschwindigkeit mit bis zu 250 Megabyte pro Sekunde und die Schreibgeschwindigkeit mit bis zu 180 Gigabyte pro Sekunde – was an diesen Werten dran ist, haben wir getestet.

Die Modelle der Vertex-Serie gibt es mit 30, mit 60, 120 und 250 Gigabyte Speicherplatz. Wir verwenden die SSD mit 120 Gigabyte, der Preis bestreicht eine erstaunliche Bandbreite, wenn man sich bei gängigen Preissuchmaschinen informiert: Von rund 310 Euro bis 400 Euro ist alles dabei.
Der Hersteller gibt die mittlere Zeit bis zum Auftreten von Fehlern mit 1,5 Millionen Stunden an, das sind im Dauerbetrieb 62.500 Tage oder 8929 Wochen oder 171 Jahre. Damit sind die Daten im Idealfall ausreichend für mehrere Generation von Mac-Besitzern geschützt.
Der Testrechner ist ein MacBook mit 2,2 Gigahertz-Prozessor, vier Gigabyte Arbeitsspeicher und einem Intel GMA X3100-Grafikchip. Als Vertreter der Standard-2,5-Zoll-Festplatten mit rotierenden Datenscheiben tritt eine Toshiba mit 200 Gigabyte und 5400 Umdrehungen pro Minute an. Herausforderer um den Platz im Mac ist die Vertex SSD mit 120 Gigabyte Speicherkapazität von OCZ.
Den Lese- und Schreibgeschwindigkeitstest haben wir mit dem AJA-Systemtest durchgeführt , als Einstellung ein DVCProHD 1080i50-Videoframe und als Referenz eine 4 Gigabyte große Datei verwendet. Zudem haben wir xBench über die Platten gejagt, um ihre Geschwindigkeit miteinander vergleichen zu können.


Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten, die wir für beide Testsysteme ermittelt haben, beruhen auf unterschiedlichen Testroutinen. Während der xBench-Test mehrere Schreibe- und Leseoperationen hintereinander durchführt, definiert man beim AJA-Test eine Datei bestimmter Größe und Ausstattung.
Der Leistungszuwachs ist jedoch in beiden Fällen deutlich zu sehen, vor allem die Lesegeschwindigkeit ist um das acht- bis zehnfache größer. Der Systemstart vom Ertönen des Startgongs bis zum Benutzerbildschirm benötigt bei beiden Festplatten rund 1 Minute, allerdings starten Programme wie das Air Port-Dienstprogramm, SubethaEdit und iCal auf der SSD in 10 Sekunden, während sie am Mac mit der Toshiba-Platte erst nach rund 45 Sekunden zur Verfügung stehen.
Allerdings: Pro Gigabyte bezahlt man bei der SSD 2,75 Euro, wohingegen bei einer 200 Gigabyte-Festplatte für rund 40 Euro der Gigabyte Speicherplatz 20 Cent kostet. Ansonsten ist der Rechner mit der SSD deutlich leiser, der Geschwindigkeitsvorteil ist spürbar und man kann den Mac ohne Angst vor einer zerstörten Festplatte auch im laufenden Betrieb durch die Gegend tragen.

Der Einbau in ein MacBook ist sehr simpel: Akku herausnehmen, die drei Kreuzschrauben der Blende lösen und schon kommen der Arbeitsspeicher und linker Hand die Festplatte zum Vorschein.

An der weißen Lasche kann man sie behutsam herausziehen.Den Schlitten baut man ab, indem vier Torx-Schrauben gelöst werden, dann baut man ihn an die neue Festplatte an. Dabei sollte man beachten, dass die Schrauben mit dem Plättchen unter dem Kopf am hinteren Ende sitzen, dort, wo die SATA-Schnittstelle liegt.
Auch wenn Hersteller gern die Bezeichnung SATA II verwenden, müsste es laut Serial ATA International Organization korrekter Weise SATA 3Gb/s-Schnittstelle heißen. Der Datendurchsatz liegt bei dieser Schnittstelle bei theoretischen 300 Megabytes pro Sekunde und damit doppelt so hoch wie bei einer SATA 1,5GB/s.
7 Kommentare
Allerdings: Pro Gigabyte bezahlt man bei der SSD 2,75 Euro pro Gigabyte << 2,75€ * GB²? *schmunzel* ;)
Habe in meinem MacBook unibody eine 128GB SSD von Transcend. Super Leistung, ich bin von den SSDs mehr als begeistert und wenn die Preise noch weiter fallen, dann rüste ich eine größere nach.
ansonsten schöner artikel ;)
“allerdings starten Programme wie das Air Port-Dienstprogramm, SubethaEdit und iCal auf der SSD in 10 Sekunden, während sie am Mac mit der Toshiba-Platte erst nach rund 45 Sekunden zur Verfügung stehen”
Hmm.. verstehe ich da was falsch?
Also bei meinem MacbookPro mit ordinärer 5400er platte starten die genannten Programme in weniger als 1-2 Sekunden.
Die gemessene Zeit bezieht sich vom Einloggen bis zum starten aller Programme. In diesem Fall sind das die Programme, die bei Systemstart automatisch ihren Dienst antreten. Während bei meinem MacBook mit normaler Festplatte das drehende Rädchen erscheint und eben diese Zeit verstreicht, bis alles was starten soll, auch gestartet ist – geht es bei der SSD etwas fixer. Bemerkenswert fand ich in diesem Zusammenhang eher die Tatsache, dass vom Drücken des Anschaltknopfs bis zum Log-in beinahe dieselbe Zeit verstrich.
Der SATA Port des MacBooks ist kastriert oder er beherrscht nur SATA I (=1.5 Gb/s). Meine X25-m von Intel wird ebenfalls mit 250 MB/s lesend beworben, schafft aber dank SATA I nur 135 MB/s. hmmm
Leider scheint dies ein Apple-Problem zu sein: http://www.macnews.de/news/116689.html
Mit einem Update der Firmware wollte Apple dies beheben, aber in einigen Fällen führte es eher zu Festplatten ohne Funktion.
Siehe auch: http://www.macnews.de/news/118766.html