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SO GEHT'S

30.06.2009


Aufgerüstet: SSD-Speicher in MacBook und MacBook Pro

von Tizian Nemeth

Einen satten Leistungs-Kick verpasst Du Deinem Mac mit einer Solid-state-Festplatte, kurz SSD. Diese Speicher sind unerschütterlich und lautlos, außerdem sollen sie rund doppelt so schnell sein wie herkömmliche 2,5-Zoll-SATA-Festplatten. macmagazin.de zeigt Dir, wie Du selbst eine SSD-Platte einbaust, und testet die Geschwindigkeit.

teaser-ssd

Egal, ob Du Deinen Rechner hochfährst, eine Anwendung startest, Daten entpackst, suchst oder transferierst: Eine SSD beschleunigt all diese Vorgänge spürbar. Da Dein Mac permanent auf die Festplatte zugreift, verbessert ein schneller Massenspeicher die Leistung vor allem, wenn mehrere Prozesse parallel zueinander ablaufen.

Der Einbau

ssdscrewdriverUm die Festplatte  eines MacBook Pro mit austauschbarem Akku zu wechseln, drückt man zunächst auf den Sperrriegel am Boden des Geräts, woraufhin sich die die Akku-Abdeckung hebt. Sobald diese entfernt ist, sieht man den Akku und daneben die Festplatte.
Apple macht Besitzern dieses Pro-Modells den Zugang zum Massenspeicher leicht: Mit einem Kreuzschraubendreher PH00×40 löst man zunächst die  Schraube in der Mitte der Halterung und nimmt die Halterung ab. An der Lasche, die an der Festplatte befestigt ist, kann man sie jetzt einfach aus dem Gehäuse ziehen. Aber Vorsicht: Nicht mit einem Ruck, da die Platte noch an die SATA-Schnittstelle angeschlossen ist und sonst das Kabel in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.

ssdsata-anschlussBehutsam löst man den Anschluss von der Festplatte und entnimmt sie dem Gehäuse. An den Seiten der HD befinden sich vier Schrauben, die man mit einem Torx-Schrauber 06×50 herausdreht und sie in die SSD gleich wieder hineinschraubt.
Nun sollte man noch die Lasche vorsichtig lösen, sie ist mit Kleber an der Festplatte angeleimt, und sie an den neuen Massenspeicher ankleben. Dabei sollte man darauf achten, die Lasche an der oberen Längsseite zu befestigen, vorausgesetzt die SATA-Schnittstelle der Platte befindet sich linker Hand. Damit stellt man sicher, dass auch bei erneutem Wechsel, die Platte wieder leicht herauszubekommen ist.

ssd-torx4Im nächsten Schritt verbindet man den SATA-Anschluss mit der SSD. Beim Einsetzen senkt man zunächst die beiden unteren Schrauben in die dafür vorgesehenen Halterungen und drückt anschließend die Seite mit der Lasche ins Gehäuse. Abschließend befestigt man die Halterung und setzt die Abdeckung wieder ein.
Fertig.

ssd-fertig

Der Testrechner

Unser Testsystem ist ein 15 Zoll-MacBook Pro aus der Modell-Reihe von Ende 2008. Ausgestattet ist es mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher und einem Intel Core 2 Duo-Prozessor, der mit 2,8 Gigahertz taktet. Als Betriebssystem ist Mac OS X 10.5.7 Leopard installiert.

testssd-standard

Der Test

ssd-typoczIm Test treten an: die Standard-2,5-Zoll-Festplatte des MacBooks mit 320 Gigabyte Speicherkapazität und 7200 Umdrehungen pro Minute gegen eine OCZ Apex SSD mit 250 Gigabyte Speicherkapazität.
Den Lese- und Schreibgeschwindigkeitstest haben wir mit dem AJA-Systemtest, einer Video Frame Größe von 1920 mal 1080 Bildpunkten (10 Bit) durchgeführt und als Referenz eine 1 Gigabyte große Datei verwendet.

Standard-Festplatte

  • Lesegeschwindigkeit: 67,0 Megabyte pro Sekunde
  • Schreibgeschwindigkeit: 67,5 Megabyte pro Sekunde

OCZ Apex SSD-Festplatte

  • Lesegeschwindigkeit: 124, 1 Megabyte pro Sekunde
  • Schreibgeschwindigkeit: 91,0 Megabyte pro Sekunde

Die OCZ Apex SSD mit 250 Gigabyte Speicherkapazität kostet rund 600 Euro. Im Vergleich:  Eine schnelle 2,5 Zoll-Festplatte VelociRaptor von Western Digital mit 300 Gigabyte Speicher und 10.000 Umdrehungen pro Minute kostet rund 260 Euro.

Wen die Anschaffungskosten nicht abschrecken, der bekommt allerdings eine Festplatte, die beinahe doppelt so schnell Daten liest wie ihr konventioneller Verwandter und beim Daten-Schreiben immerhin noch rund ein Drittel schneller ist.
Besonders der Systemstart beschleunigt sich, aber auch Programme wie Adobes Photoshop und InDesign starten nach dem Umbau merklich schneller.
Zudem ist der Mac nun deutlich leiser geworden.

19 Kommentare

myfirst3gs am 30.06.2009 12:15

Der Bericht ist für mich gesehen super, da ich die gleiche Apex nutze, ABER ich vermisse, wie Ihr das OS X drauf bekommen habt. Denn wenn ich OS X 10.5.6 (original DVD) installieren möchte wird diese nicht gefunden :-(

Tizian Nemeth am 30.06.2009 16:42

Wir hatten hier das gleiche Problem und haben uns damit beholfen, das System vom ausgebauten Massenspeicher zunächst zu starten und dann per Festplattendienstprogramm den gesamten Inhalt per “Wiederherstellen” zu übertragen. Bei rund 90 Megabyte dauerte das zwar ein Weilchen, aber dafür hat er alles mit rüber genommen. Warum die Bespielung nicht von der DVD aus gelingt, konnten wir auch noch nicht feststellen. Versucht haben wir es mit drei verschiedenen Datenträgern. Die nackte ausgebaute Platte haben wir im übrigen in ein Dock für SATA-Platten gestellt, aber es geht auch ein Leergehäuse, und dann per USB an den Mac geschlossen.

Tibor am 30.06.2009 16:48

Der Rechner geht ab wie Schmidts Katze … !

janpersiel am 30.06.2009 20:22

Endlich mal echte Daten im Test, nicht nur die aus den Datenblättern. Ein paar andere Fakten wären noch nett, so wie Start von Photoshop, speichern einer komplexen Layoutdatei o.ä. Danke für den Artikel. Freue mich schon auf die nächsten Tests anderer SSDs.

Tibor am 30.06.2009 22:38

Hallo Jan

Die Startzeiten kann ich durchgeben. Sind zwar per Hand gestoppt, dafür aber mehrmals. Heraus kam ein stabiler Wert. (Wenn mir jemand erklärt, wie ich die Startzeiten professionell messen kann, mache ich das gerne!)

System: OS X 10.5.7
Speicher: 4 GB
Prozessor: 2,8 GHz Intel Core 2 Duo

Photoshop CS4: 3,3 s
Indesign CS4: 4,6 sek.
Illustrator CS4: 3,3 sek.
Mail, Safari, Acrobat Pro: kaum messbar

Taugen Euch meine Antworten? Wenn nicht, sagt bescheid.

myfirst3gs am 30.06.2009 23:21

@Tizian Nemeth
genau das war auch Werdegang für eine Installation. Habe ebenso ein Dock wie oben im Bild benutzt um OS X zu installieren und dann die Platte eingebaut. Kann es sein, dass die SSD vielleicht zu schnell ist für die MBP´s. Das habe ich nämlich in einem Forum gelesen, dass es für andere SSD´s von OCZ ein FW-Update gab die die SSD drosselte.
Ansonsten hab ich so alles versucht was mir einfiel, aber OS X wollte die SSD nicht finden. Der Gedanke wo mir noch kam, ist der fehlende Cache vielleicht. Weil OCZ hat ja auch eine Vertex und eine Mac eigene SSD, die aber wohl nur schon auf HFS+ vor formatiert ist und sonst keine Unterschiede aufweißt zur Windows-Version.

Landgraeber am 30.06.2009 23:52

Nein, nein, nein. Das Problem ist, dass manche SSDs einfach nicht von Mac OS X erkannt werden. Das liegt an der Firmware der SSDs. Manche Firmware-versionen bestimmter SSDs lassen sich mit einem Windows-Rechner aktualisieren.

Ich hatte keine Lust auf so ein Gefummel und habe mir deshalb extra eine SSD gekauft, die explizit mit dem Mac funktioniert.

Die hanze Geschichte lässt sich in der vorletzten Ausgabe der “Macwelt” nachlesen, wo übrigens die Super Talent STT_FTM28GX25H mit 128 GB Kapazität Testsieger war (die ich wirklich nur empfehlen kann und die problemlos in Macs arbeitet).

Im Macwelt-Test brachte nur das Konkurrenzmodell von Intel noch bessere Leistungsdaten, wurde aber aufgrund des hohen Preises nicht Testsieger ;-)

myfirst3gs am 01.07.2009 01:11

@Landgraeber
Ja, den Testbericht habe ich auch :-( überflogen… hätte wohl doch mal genauer lesen sollen. Aber danke für den Tipp, denn ich suche noch eine SSD für meinen Mac Mini. Dann schau ich mal nach der Super Talent, ob´s die auch in 250 GB gibt.

playboi am 01.07.2009 14:04

Weiss jemand, ob das auch bei einem 2 Jahre alten Mac Book Pro so einfach geht? Ich habe eines, welches damals die erste Generation mit LED-Hintergrundbeleuchtung war.

Tizian Nemeth am 01.07.2009 14:28

Der Aufwand ist etwas größer. Das liegt aber nur an den rund 10 Schrauben die zu lösen sind. Und dann ist ein sogenannter Black-Stick hilfreich, mit dem man das Topcase vom Gehäuse löst. Eine EC-Karte geht mit etwas Frikelei aber auch. Dann musst Du vorsichtig das Topcase anlüften und zunächst das Kabel für die Tastatur lösen. Ist das erledigt ist der Rest ein Kinderspiel. Unten links befindet sich die HD, Du löst dort ebenfalls zunächst die Halterung und im Anschluss entfernst Du vorsichtig den SATA-Anschluss. Wahrscheinlich musst Du vorher ein Art Klebestreifen lösen, das geht aber einfach.

moritz254 am 03.07.2009 17:57

Moin, sehr aufschlussreich.
Mein Dilemma MacBookPro 13″ große Version oder MacBook Air mit SSD.
Letzteres hat zwar weniger Speicher, doch frag ich mich ob es mit SSD nicht dennoch mehr leisten könnte.

Wie erfahre ich, welches SSD 128 GB Apple verbaut?

Was haltet Ihr von der Macworld Aussage, dass es langsamer ist als das alte?

Kurz: Air mit 4200 RPM No Way! Doch mit SSD ne Überlegung wert.

Was mich stutzig macht: Laut Apple hat das Air 6MB Cache und das Pro in 13″ nur 4MB.

Meinungen?

Gruss Moritz

Tizian Nemeth am 06.07.2009 10:19

Da Du nach der Meinung fragst: Ein 13 Zoll MacBook Pro würde ich einem Air vorziehen. Gerade weil man auch im Pro eine SSD verbauen kann, zusätzlich schnellerer Prozessor und bis zu 8 GB Arbeitsspeicher. Und der Gewichtsunterschied von nicht mal einem Kilo ist marginal.
Wenn Du wissen möchtest, welche SSD Apple verbaut, solltest Du über den System-Profiler nachschauen. Sicherlich hat irgendein Retail-Händler so ein Air ausgestellt.

hjraeder am 09.07.2009 13:30

wer weiss denn, wie man das MacBook Pro Modell 5.2 17″ öffnet, um an die HD zu kommen? Da sieht die Rückseite nämlich anders aus.
Nach Entfernen der 10 Schrauben (2 längere, 7 kurze) an der Rückseite lässt sich die Abdeckung der Rückseite nicht so ohne weiteres entfernen. Von der Scharnierseite lässt sich die Abdeckung zwar etwas anheben, dann aber gehts nicht weiter. Und Gewalt ist sicher keine gute Idee…..
Gruß Hans

Tizian Nemeth am 13.07.2009 15:04

Da Du 10 Schrauben herausgedreht hast, sollten es 3 lange und 7 kurze sein.Mehr hält den Deckel eigentlich nicht an seinem Platz. Eventuell liegt es an der Passform zwischen Deckel und Case. Du solltest mit einem schmalen, flachen Tool zwischen die beiden gehen und sie so von einander rundherum lösen. Hast Du doch bedenken, geh im Zweifelsfall zu einem Apple-Händler und lass es dort machen. Aber normalerweise sind die Macs sehr robust. Beim MacBook Pro-Vorgänger musste man ordentlich hebeln und dem Mac mini rückt man gar mit einem Spachtel zu Leibe um seine inneren Werte aufzudecken.

nicmare am 14.07.2009 21:29

hi tizian,
danke für deine erfahrungswerte und deine schnellen antworten. finde ich echt super dass du dir so eine mühe hier machst. ich werde dann mit ner SSD noch warten und hoffe dass der preis schnell fällt ;)

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