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LEUTE AM MAC

05.06.2009


Wer ist eigentlich Rolf Maier Bode?

von Severin Lerch

Rolf MB hat sich ganz der elektronischen Musik verschrieben, bereits in den 90er-Jahren wurde er mit dem Projekt RMB berühmt. Wie er den Fortschritt der Technik erlebt, was er heute macht und wer unser nächster Interviewpartner wird, erfährst Du hier.

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macmagazin.de: Erzählen Sie uns von Ihrem ersten Mal, dem ersten Startton eines eigenen Macs.

Rolf Maier Bode: Mein erster Mac war, vor etwa 15 Jahren, ein Quadra 650, also noch ein 68000er. Als Musikproduzent war ich von der Qualität des Startsounds natürlich nicht wirklich beeindruckt, aber das Betriebssystem hat mich überzeugt. Seitdem bin ich nur kurz in der Windows-Welt unterwegs gewesen. Das war zu der Zeit, als die G4s jahrelang viel langsamer waren als PCs. Inzwischen freue  ich mich immer wieder, wenn ich bei Kollegen mit PCs vorbei schaue und sie wieder einmal Virenprogramme, Firewalls und Windows-Updates installieren oder dringend die Festplatte defragmentieren müssen.

macmagazin.de: Ist die Anschaffung eines neuen Macs für Sie ein Erlebnis, das zelebriert werden muss, oder nur der Kauf eines Konsumgutes?

Rolf Maier Bode: Auch wenn es in erster Linie ein Werkzeug ist, freut man sich beim Auspacken des neuen Macs – nicht nur wegen der großartigen Verpackungen. Kalendarisch zwar eher selten zusammen treffend, gefühlt aber doch wie Weihnachten. Besonders schön ist es, wenn man beim gleichen Rechnertyp bleibt und einfach nur die alte Systemplatte in den Neuen einbaut. Als „Konsumgut“ würde ich Geräte für mehrere Tausend Euro generell nicht bezeichnen – eher als Anschaffung. Über ein neues Auto freut man sich doch auch, oder?

macmagazin.de: Verraten Sie uns Ihre drei Top- und eine Flop-Applikation.

Rolf Maier Bode: Bei der Musikproduktion arbeite ich hauptsächlich mit Logic Pro 8 und bin daher natürlich begeisterter Anwender. Ich mache auch Post-Production, Mastering und Videovertonung mit Logic. Ich bin ein grosser Freund der Ein-Fenster Bedienung der Version 8 und nutze viele eigene Tastaturkommandos. Die mitgelieferten Sounds und eingebauten Plug-Ins sind schon ein richtig guter Grundstock. Der aktuelle Preis ist dafür eigentlich viel zu niedrig angesetzt – also ein phänomenales Preis/Leistungsverhältnis! Allerdings wäre mal wieder ein „Major Update“ angesagt. Einige Industriestandards wie „Elastic Audio“ sollten endlich nachgeliefert werden, denn nur Apple-Loops und Time-Stretching aus den 90ern sind einfach nicht ausreichend.

Ein oft unterschätztes Tool für die Organisation ist das Mac-Adressbuch. Für die Kontaktverwaltung ist es natürlich üblich, aber ich benutze es auch, um weitere personenbezogene Daten zu speichern. Ich habe dafür Kürzel, die ich unten in die Notizen eingebe, wie zum Beispiel „13S“ für jeden, dem ich mein aktuelles Album THIRTEEN STORIES geschickt habe. Wenn ich dieses Kürzel dann in das Suchfeld eingebe, sehe ich die Personen deutlich schneller als dies mit einer dedizierten Datenbank möglich wäre.

File Maker Pro nutze ich für komplexere Aufgaben wie meine Angebots- und Rechnungserstellung und den CD-Verkauf. Alle Layouts und Datenbanken sind immer selbst gemacht, gerne auch mit ausgiebigem Scripting – das ist ein schöner Ausgleich zu meiner Kreativarbeit.

Der grösste Flop ist für mich die Unfähigkeit von Mac OS X, mehrere Dateien gleichzeitig umzubenennen. Natürlich ist „A Better Finder Rename“ ein wunderbares Programm dafür, aber so etwas Grundlegendes sollte eigentlich auf Betriebssystemebene funktionieren.

macmagazin.de: Welches Feature sollte Ihr nächster Mac, iPod oder Ihr nächstes iPhone unbedingt haben?

Rolf Maier Bode: Also ein Modell zwischen iPhone und MacBook mit Touch Screen wäre schon verlockend. So eine Art Tablet-Mac mit 12 Stunden Akkulaufzeit. Gerne auch mit „papierartigem“ Screen, also ohne Hintergrundbeleuchtung, damit man endlich mal in praller Sonne surfen… äh… arbeiten kann. Ein Tablet-iBook sozusagen.

macmagazin.de: Welches aktuelle Tagesereignis hat Sie in letzter Zeit besonders bewegt?

Rolf Maier Bode: Bezüglich der Wirtschaftskrise ärgert mich es immer wieder, dass das demokratische System es einfach nicht hinbekommt, im „Boom“ für die nächste Krise zu sparen. Dass man in der Krise Schulden machen „muss“ ist schliesslich nur die eine Seite. Aber komplexe und langfristige Themen haben es wohl generell schwer – nicht nur auf Staatsebene. Zudem ist es natürlich traurig, dass die Besitzangst jetzt notwendige Fortschritte in anderen wichtigen Bereichen lähmt. Es scheint wohl wirklich so zu sein, dass nur wohlhabende Staaten langfristige Probleme lösen wollen.

macmagazin.de: Computer werden von Jahr zu Jahr besser, schneller und leistungsfähiger. Wie hat sich die Entstehung von Musik mit Blick auf die Technik über die Jahre verändert?

Rolf Maier Bode: Ordentliche Software vorausgesetzt, hat man inzwischen auf einem einzelnen Mac mehr Möglichkeiten als vor 15 Jahren in einem Top-Tonstudio. Das ist einerseits wunderbar, andererseits habe ich aber auch den Eindruck, dass mit der schnelleren Produktionsweise die Liebe zum Detail und zum „guten Sound“ etwas untergegangen ist – vor allem in der elektronischen Musik. Für mich ist es auf jeden Fall herrlich, so viele Möglichkeiten in einer schönen silbernen Kiste nur einen Mausklick entfernt zu haben. Ich setze zwar auch noch auf echte analoge Hardware, aber schon alleine das Routing, welches ich bei einigen Songs im Rechner benutze, wäre früher nur mit horrendem Equipment- und Zeitaufwand möglich gewesen. Ich versuche also, die gewonnene Zeit wieder in die Musik zu stecken – anstatt mittels High-Tech möglichst schnell „fertig“ zu werden.

macmagazin.de: Wie ist Ihr erster Song entstanden?

Rolf Maier Bode: Die ersten Songs sind noch mit einem Commodore C64 als Sequencer entstanden. Da mussten die Noten als Frequenzen aus einer Tabelle eingetippt werden. Angesteuert hat der C64 damals einen Roland D-10 Synthesizer und einen Casio FZ-1 Sampler mit 1MB Speicher, das war alles! Ich glaube wirklich, dass sehr viel meiner Freude an der Technik der Musikproduktion daher kommt, dass ich mit solch rudimentären Werkzeugen angefangen habe. Es begeistert mich immer wieder, dass das nächste Drumkit nur einen Klick entfernt ist und man nicht wie früher erst einmal Disketten durchwühlt und minutenlanges Laden erdulden muss.

macmagazin.de: Bis 2006 waren Sie als RMB mit Farid Gharadjedaghi unterwegs. Jetzt haben Sie ein neues Solo-Album veröffentlich und arbeiten vorwiegend als Songwriter für Werbeagenturen und Industriepartner. Wie kam der Wechsel?

Rolf Maier Bode: Das letzte Album des Projektes RMB wurde 2003/2004 fertig gestellt und damals nicht veröffentlicht. Es gab dann zwar noch einige Auftritte, aber grundsätzlich war dies schon das Ende des Projektes RMB. Die „Nuller Jahre“ waren ja für die Musikindustrie recht „bereinigend“, da kam dann auch bei mir der Gedanke auf, etwas ganz anderes zu machen. Aber die Leidenschaft für die Musikproduktion gewann wieder die Oberhand und ich wurde Auftragskomponist. Nach einem grösseren Auftrag letztes Jahr konnte ich mir dann die Auszeit für das Solo Album nehmen.

macmagazin.de: Was glauben Sie würden Sie machen, wenn Sie mit Musik nichts am Hut hätten?

Rolf Maier Bode: Vielleicht hätte ich Informatik studiert. Es gibt ja auch kreative Jobs in der IT-Branche. Datenbankarchitekt klingt plausibel.

macmagazin.de: Wer soll aus Ihrer Sicht der nächste macnews.de-Interviewpartner sein? Bitte begründen Sie uns Ihre Entscheidung.

Rolf Maier Bode: Anja Steinig und Marcus Weyerke sind zusammen “formwechsel”. Eine vielfach für Magazingestaltung ausgezeichnete Agentur mit grosser Mac-Empathie. Da sie ein Team bilden, hoffe ich, es ist in Ordnung, sie beide vorzuschlagen.

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