ERSTER TEST MACHT LUST AUF MEHR
08.02.2010
Kennen Sie eigentlich die kostenlose Office-Version von IBM? Falls nicht, dann haben Sie bislang nicht viel verpasst, basierte Lotus Symphony bislang doch auf der längst obsoleten OpenOffice-Version 1.3. Jetzt allerdings steckt eine aktuelle OpenOffice-Version dahinter, geadelt von IBMs eigener Oberfläche und zahlreichen zeitgemäßen Funktionen.

Die Software arbeitet mit den aktuellen Microsoft Office-Formaten zusammen und unterstützt Visual Basic-Makros, beispielsweise aus Excel. Dadurch haben Anwender, die aus Kostengründen beispielsweise nicht auf den Klassenprimus (der nach einer Untersuchung immerhin auf 72 Prozent aller Rechner läuft) setzen wollen, sogar die Nase vorn.
Lotus Symphony umfasst mit “Documents” eine Textverarbeitung, “Presentations” ist das PowerPoint-Pendant und Tabellen kalkuliert man mit “Spreadsheets”.
Im neuen Documents kann man mehrere Seiten im Layout betrachten und das Programm unterstützt nun verschachtelte Tabellen. Verbessert haben die Entwickler unter anderem den PDF-Export und die Notiz-Funktion, Anwender können Aufzählungen in mehreren Tabellen-Zellen gleichzeitig setzen.
Spreadsheet unterstützt nun unter anderem Spaltenzahlen von 256 bis zu 1024, Zoom in ausgewählten Dokumenten, bietet mehr Formeln und eine neue What if-Funktion. Rechnungen per Formel und deren Sortierung hat IBM beschleunigt, mehrere Dokumente kann man gleichzeitig anwählen und zu den Formeln liefert das Programm “heiße” Informationen, damit der Anwender weiß, wie man sie am besten verwendet.
Presentations kann nach der Frischzellenkur mit mehreren Bildschirmen etwas anfangen, das Konvolut an Animations-Effekten haben die Entwickler aufgestockt, ebenso die Layout-Vorlagen und Schriften. Der Umgang mit Templates ist für Anwender noch leichter, für Slide-Show-Effekte, die eine Grafikbeschleunigung benötigen, holt sich das Programm nun Unterstützung bei der Hardware. Audio- und Videoinhalte lassen sich in Präsentationen integrieren, wo sich bislang nur Links einbetten ließen.
Die Liste der Neuerungen ist lang, aber auch Alt-Bewährtes soll in der neuen IBM-Software zu finden sein. Einige Funktionen wie Live Text und die File Encryption für Microsoft Excel-Dateien sind zwar in der Beta noch deaktiviert, sollen aber in der finalen Version wieder zum Einsatz kommen.
Bereits 2007 hatte die “Mutter aller Computerfirmen” IBM das OpenOffice-Projekt im Kampf der Office-Anwendungen gegen die Redmonder gestärkt bei und den eigenen Programmcode von Lotus Notes in das Projekt eingebracht. Ähnlich wie das Vorbild OpenOfice arbeitet auch die IBM-Lösung auf nahezu jeder Plattform und verwendet das Open Document Format -kurz ODF genannt. Lotus Symphony unterstützt das Open Document Format 1.2.
Was ist ODF? Der Streit zwischen dem kommerziellen Produkt von Microsoft und der “freien” Software entwickelte sich bereits vor Jahren zu einem Politikum, zumal ODF von vielen Fachleuten als das bessere Dateiformat angesehen wird als XML von Microsoft. Immer häufiger ziehen Privatleute wie Institutionen oder Firmen das kostenfreie OpenOffice dem kommerziellen Bruder vor, OpenOffice ist mittlerweile erster Verfolger von Microsoft Office.
Mit der kostenlosen IBM-Software könnte die Nutzergemeinde von OOo Zuwachs bekommen, gemeinsam könnte man Microsoft noch weitere Marktanteile abjagen.

Ähnlich wie Microsoft möchte auch IBM, dass Anwender die erstellten Dokumente über die Cloud austauschen können. Zusammen mit dem Project Concord arbeitet das IT-Unternehmen derzeit an Web-Erweiterungen für Symphony. Damit soll dann auch kollaboratives Arbeiten möglich sein.
Lotus Symphony 3 setzt mindestens Mac OS X 10.5 und funktioniert nur auf Intel-Macs. Im Moment glänzt zudem die Menüführung durch Sprachpurismus, nur in Englisch gibt es die Software. Anwender des Vorgängers benötigen ein Plug-in, um eine Abwärtskompatibilität zu Version 1.3 herzustellen. Auffällig ist zudem, dass die Anwendung derzeit beim Grafikaufbau öfter mal hakelt.

Dafür punktet Symphony mit einer komfortablen Tab-Verwaltung. Sie ist ist ein Highlight und durchaus mal einen (und vielleicht dann dauerhaften) Blick wert. Anders als beispielweise mit Microsoft Office muss man nicht drei Programme öffnen, sondern kann bequem alles in einem Fenster erledigen.
Der 214 Megabyte große Download funktioniert via <i>http</i> besser als mit dem <i>Download Director</i>. Reine Formsache ist die Anmeldung bei IBM vor dem Herunterladen.
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6 Kommentare
[...] verpasst, basierte Lotus Symphony bislang doch auf der längst obsoleten OpenOffice-Version 1.3. Jetzt allerdings steckt eine aktuelle OpenOffice-Version dahinter, geadelt von IBMs eigener Oberfläche und zahlreichen zeitgemäßen [...]
Microsoft Office ist immer noch Platzhirsch bei den Office-Programmen bis auf RagTime setzen sich die meisten Öffice-Lösungen aus mehren Programmen zusammen.
Die IBM-Variante scheint noch nicht so recht ausgereift zu sein und ist auch nur in Englisch erhältlich. Es ist prima das auch IMB Lostus nun auch weiterentwickelt, wünschenswert wäre bei der Finalversion eine lokalisierte Angebot für Deutschland.
@ mec-services
einigen wir uns auf eine Version nicht nur für Deutschland, sondern am besten in deutscher Sprache, schließlich wollen auch Österreicher, Schweizer, Luxemburger, Liechtensteiner und Südtiroler dabei sein!
fein, das gefällt mir, und dann irgendwann noch auf Deutsch…
@europaeer:
Nicht die Ostbelgier vergessen ;)
Also die mit dem alten Dreifachnamenkönig Baudouin, Boudewijn, Balduin.
Und noch die Banater, Amisch, Namibier, … äh wen vergessen?
Hä? Meine Version von Symphony ist in Deutsch…
Btw: Symphony ist DIE Alternative zu M$ Office und dem ganzen halbgaren Gedöns wie Neo und Open.