PIXEL QI STELLT DISPLAY AUF CES 2010 VOR, NEUE GERÜCHTE ZUM ISLATE
12.01.2010
Mit der CES 2010 haben die meisten Hersteller ihr Pulver verschossen: Das große innovative Gerät hat Las Vegas nicht gebracht. In Sachen Tablet scheint man Apples iSlate zu fürchten, mittlerweile verdichten sich die Gerüchte um das Gerät und die üblichen mehr und weniger glaubwürdigen “Leaks” tauchen auf. Aktuell sind das Bilder von einer Glasplatte sowie Details zu einer Bestellung, die den Markt für 10 Zoll-Touch-Displays leerfegt.
Tablets sollten eigentlich das große Thema der CES werden, es sind aber die zahllosen E-Reader geworden. Wenn es um Tablets ging, wirkten viele Hersteller beinahe fast resigniert und die laue Vorstellung eines HP-Tablets von Microsoft-CEO Steve Ballmer zeigte nur: Es reicht nicht, beim Notebook die Tastatur wegzulassen und über Windows 7 Multitouch zu ermöglichen. Wie bereits mit dem iPhone könnte Apple im Januar ein Gerät vorstellen, das dem Wettbewerb um Jahre voraus ist.
Bis es so weit ist, schmeißt die Gerüchteküche nun sämtliche Herdplatten an und rührt kräftig um.
Frisch aus dem Land des unbegrenzten Kaffeenachschubs kommt ein Foto, das die Glas-Vorderseite des Tablets zeigen soll. Überraschend an dem Bild ist allerdings, dass das Design keine Überraschungen zeigt, es sich vielmehr nur um ein „ausgewachsenes“ iPhone handelt. Einzige Auffälligkeit ist ein kleines Loch in der linken oberen Ecke – auch ein führender Manager der France Télécom hat sich „verplaudert“ und bestätigt, dass Apples Tablet eine Webcam beherberge.
Das Glas-Foto hat eine „sehr vertrauenswürdige Quelle“ der Webseite MacObserver zugespielt – tatsächlich lag MacOberserver bei solchen Teile-Photos schon bei iPhone 3G und 3GS so gut wie richtig, lediglich die vorgestellte matte Rückseite des 3GS hat Apple dann doch nie produziert. Dies könnte mit der Glasfront – sofern das Foto echt ist – ebenfalls passieren.
Ein Gerücht kommt direkt von der CES und könnte die verhaltene Präsentation der Slate-Kategorie erklären. Ein Designer hat TG Dialy erklärt, Apple habe den Markt für 10,1 Zoll-Touchdisplays auf LCD und OLED-Basis völlig leergekauft. “Wir haben ein Produkt entwickelt und benötigen dafür 10-Zoll-Touchdisplays, doch trotz monatelanger Bemühungen kann uns kein asiatischer Hersteller eines liefern.”
Erst im November sind Gerüchte aufgetaucht, nach denen Apple ein “Luxus-Tablet” anbieten könne, das mit einem OLED-Bildschirm (Organic Light-Emitting Diodes) ausgestattet ist. Allerdings sind derzeit die Kosten für einen Bildschirm dieser Größe immens, mit 2000 US-Dollar könnte so ein Gerät mehr als das Doppelte des iSlate mit LCD-Bildschirm kosten.
OLED-Displays findet man derzeit bei Apples Mitbewerbern wie dem neuen Zune HD, der weiterhin ausschließlich in Nordamerika mit dem iPod touch konkurrieren will, sowie dem Nexus One-Mobiltelefon von Google und HTC.
Das Wort “Revolution” hört man derzeit häufiger, auch in Bezug auf Pixel Qi. Dahinter steht die frühere Technik-Chefin von OLPC (One Laptop Per Child) Mary Lou Jepsen, und ihrer Firma traut man – zumindest in Amerika – Großes zu. So könne der neue Bildschirm nicht nur Tablets und E-Reader, sondern auch Mobiltelefone und Notebookdisplays erobern. Der Hersteller stellt besonders den geringen Energiebedarf heraus, drei- bis viermal weniger Strom als herkömmliche LCDs soll er verbrauchen. Kein Wunder, dass der Bildschirm seit Mitte 2009 als heißer Kandidat für das Apple Tablet gilt.
Auf der CES 2010 hat sich die Pixel Qi-Lösung nun Live und in Action in Augenschein nehmen lassen, das erste damit ausgestattete Produkt soll ein E-Reader von Notion Ink Adam sein.
Zur Zeit scheint man mit dem Bildschirm Kompromisse eingehen zu müssen, so gibt auch Gizmodo zu, dass der Blickwinkel etwas eingeschränkt ist – auch bei der Helligkeit im LCD-Modus kann der Bildschirm keine “Preise abräumen”, aber er sei “sehr hell”.
Im E-Paper Modus bescheinigt MacRumors dem neuen Bildschirm hingegen einen deutlich geringeren Kontrast als dem Kindle E-Ink – aber er sei gut ablesbar und entspräche letztlich der Kindle-Leseerfahrung: Im E-Paper-Modus bietet Pixel Qi die vierfache Pixelauflösung, der Anwender muss dann allerdings auf die Hintergrundbeleuchtung verzichten und mit sehr eingeschränkter Farbdarstellung leben. Dafür lässt sich der Bildschirm – wie E-Ink – auch bei hellem Sonnenschein ohne Einschränkung ablesen. In einem Punkt hängt Pixel Qi E-Ink zudem deutlich ab: Auch im E-Paper-Modus reicht die Darstellungsgeschwindigkeit für Videos, bei Kindle, Sony- und Samsung-Geräten hingegen muss man hingegen selbst auf das Umblättern einer Seite warten.
MacRumors ist sich aufgrund der genannten Mängel sicher, dass Apple diesen Bildschirm nicht verbauen wird. Ein entsprechendes Gerücht war aufgekommen, als Pixel Qi letztes Jahr mitteilte, dass ein Hersteller, den jeder kenne, bald die Verwendung des Bildschirms ankündigen wird.
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