SCHREIBSOFTWARE FÜR KREATIVE AM MAC
16.12.2009
Nach einigen Spezialisten für Textarbeiter stellt macmagazin.de Software vor, die zum Teil an eine ganz andere Klientel richtet: Die Open Source-Software Celtx versteht sich als Media-Pre-Production-System, mit der man zum Beispiel die Arbeit an Drehbüchern, Hörspielen und Comics planen kann.
Wie bei den bisher vorgestellten Programmen versteckt auch Celtx seinen – enormen – Funktionsumfang hinter einer klaren und übersichtlichen Oberfläche. Die Software allerdings ist ein komplexes Biest und verlangt, wenn man sie richtig nutzen will, einiges an Einarbeitungszeit. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie weit man ein „Planungsmensch“ ist. In Celtx nämlich lässt sich so ziemlich alles planen und skizzieren, man kann Karteikarten und Notizen anlegen und sogar ganze Dreharbeiten inklusive Terminen strukturieren.
Beim ersten Start fragt Celtx, was man machen möchte: Ein Drehbuch schreiben, ein Hörspiel produzieren oder schlicht einen Text schreiben. Bei aller Planungsarbeit: Texte lassen sich mit dem Programm auch verfassen und formatieren. Entsprechend der Vorgabe legt die Software unter Projekt Bibliothek einige Einträge an, bei Text sind dies lediglich der Hauptkatalog, Text und Skizze.
Diese drei Punkte findet man auch als Tabs über dem Hauptbearbeitungs-Fenster wieder.
Nach Wunsch kann der Anwender weitere Themen zur Projektbibliothek hinzufügen, zum Beispiel einen umfangreichen Kalender, Lesezeichen und ein Storyboard.
Damit hat man schon einen kleinen Einblick, was mit Celtx möglich ist. Es wird aber noch komplexer. Hinter dem Hauptkatalog steht eine kleine Null in Klammern – wenn man auf den Reiter Hauptkatalog wechselt, lassen sich hier die Elemente eines Projektes übersichtlich hinzufügen. Die Liste, die die Software dann präsentiert, ist eindeutig für den Film gedacht: Neben Szenendetails lassen sich Tierdarsteller, Soundeffekte, Crew, Darsteller, Drehorte und eine ganze Menge mehr benötigte Informationen erfassen.
Wer will, kann die umfangreiche Liste in den Voreinstellungen auf gewünschte Einträge zusammenkürzen.
Nun teilt sich das Bearbeitungsfenster, in der oberen Hälfte findet man die Liste mit Beschreibung, Schlüsselworten und Medien, darunter eine Maske, die bereits die vermutlich wichtigsten Felder zur Verfügung stellt. In der Kategorie Szenendetails sind das zum Beispiel auch Fragen zum Plot: „Welchen Einfluss hat dieses Ereignis auf die allgemeine Handlung?“
Medien lassen sich teilweise direkt einbinden, andere wie Musik mit Link auf den Speicherort der Datei. Auch die Google-Bildersuche lässt sich direkt aus dem Programm heraus bemühen.
Spätestens in diesem Augenblick dürfte einem klar werden, dass die Software ein Wolf im Schafspelz ist. Über den Menüpunkt Extras und Toolbox lässt sie sich zudem durch zusätzliche Module erweitern – drei Stück kann man derzeit bei Bedarf kostenlos herunterladen, darunter farbige Notizzettel sowie einen Writing Session Timer.
Dass die Verwaltung der Erweiterungen an Firefox erinnert, ist kein Zufall, die Software nutzt das Mozilla Application Framework. Achtung: Der Writing Session Timer ist nicht für jedes Projekt verfügbar. Der Timer klinkt sich unten rechts ein und hilft dabei, Zeiten und Ruhepausen einzuplanen.
Das zumindest für den Hersteller unentbehrliche Herzstück verbirgt sich aber unter dem Punkt Mein Studio. Wer sich bisher gefragt hat, warum Celtx kostenlos ist, bekommt hier die Antwort: Über einen kostenpflichtigen Online-Zugang kann man Projekte online sichern, zusammen mit anderen bearbeiten sowie mit Celtx-Anwendern direkt aus dem Programm heraus chatten. 5 US-Dollar kostet das mindestens im Monat, ansonsten bleibt man mit sich und dem Projekt allein.
Bei manchen Aufgaben zeigt die Software dann aber doch einige Schwächen: Ein Vollbildmodus fehlt, noch schmerzlicher dürfte aber das Fehlen einer Zeichen- und Wortzählung sein. Damit empfiehlt sich Celtx eher als Organisationsprogramm für umfangreiche szenische Aufgaben – als solches ist es ja auch gedacht. Wer zum Beispiel also einen Roman bis in die kleinste Szene planen will, was etliche Autoren tun, bevor sie überhaupt die erste Buch-Zeile schreiben, könnten in Celtx eine wertvolle Hilfe finden. Und die Verfilmung kann man auch gleich mit einplanen.
Der Download ist 41,7 Megabyte groß, Mac OS X 10.4 und höher Voraussetzung. Auf der Hersteller-Seite findet man ebenso Versionen für Linux und Windows.
Mittlerweile ist Roxios Toast 10 ein echter Brennklassiker: Wer CDs, DVDs und Blu-ray-Scheiben mit Filmen, Musik und anderen Inhalten bespielen möchte, kann diese Aufgaben getrost diesem Programm anvertrauen. Das Programm erhalten Anwender dank eines Promocodes für 69,99 Euro, 30 Euro unter dem normalen Herstellerpreis. Und auch die Pro-Version gibt es 50 Euro günstiger.
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Mit Parallels Desktop kann man die Vorteile von Mac OS X und Windows gleichzeitig nutzen, denn manche Programme gibt es schließlich nur für Windows, und (noch) nicht für den Mac. Die Virtualisierungssoftware bietet Amazon aktuell für 49,99 Euro – das sind 30 Euro unter der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers.
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[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von MacMagazin.de, celtx erwähnt. celtx sagte: RT @macmagazin: Schreiben im Fokus: Pre-Production mit Celtx http://www.macmagazin.de/14364/schreiben-im-fokus-pre-production-mit-celtx/ [...]