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LEUTE AM MAC

11.12.2009


Wer ist eigentlich Teut Weidemann?

von Marcel Magis

iKitty-Mastermind Thorsten Rauser hat sich als nächsten Gesprächspartner Teut Weidemann gewünscht. Weidemann gehört zu den gefragtesten Spieleexperten in Deutschland und plaudert mit macmagazin.de über die Zukunft der Spiele, deutsche Entwickler und womit Microsoft-Mitarbeiter beschäftigt sind. Am Ende verrät er uns auch bestimmt den nächsten Gesprächspartner.
teut

macmagazin.de: Erzählen Sie uns vom Startton Ihres ersten Macs.

Teut Weidemann: War ein “Bing!” des Fat’Macs, auf dem ich meine Facharbeit 1985 geschrieben habe. Mein erster selbstgekaufter war ein Mac SE/30 mit Tragetasche.

macmagazin.de: Was geht in Ihnen beim Kauf eines neuen Macs vor? Ist das ein Erlebnis oder nur der Erwerb eines Konsumgutes? Weidemann: Also der Kauf ist kein Erlebnis, meist online, aber das Auspacken ist bei Apple immer wieder etwas Feines. Sowas sollten sich andere abschauen!

macmagazin.de: Verraten Sie uns Ihre drei Top- und eine Flop-Applikation.
Weidemann:
Top: Dropbox, iWork, und erm … Eve Online.
Flop: Oha, weiß nicht, ich probiere einiges aus und lösche gleich wieder, weil ich merke, ich brauch eigentlich nichts Zusätzliches. Mein Mac hat eigentlich alles, was ich brauche, iFoto, iTunes, Quicktime Pro etc.

macmagazin.de: Welches Feature sollten Ihr nächster Mac, Ihr nächster iPod oder Ihr nächstes iPhone unbedingt haben? Weidemann: Wenn es eines sein soll, dann mehr Akku-Laufzeit. Mein Macbook Air sollte fünf bis sechs Stunden halten, das wär etwas Feines! Und mein iPhone 3GS eine Woche.

macmagazin.de: Welches aktuelle Tagesereignis hat Sie in letzter Zeit besonders bewegt?
Weidemann: Kaum eines, alles langweilig und eine Wiederholung der Vergangenheit wie derzeit im Fernsehen.

macmagazin.de: Warum kommen die großen Spielentwicklungen (scheinbar) vornehmlich aus dem Ausland, was machen die deutschen Entwickler falsch?
Weidemann: Falsch nichts, nur sind die Chancen in Deutschland nie dagewesen, mit deutschen Publishern weltweit zu wachsen, und man muss leider weltweit raus, um Gewinne zu erzielen. Die erfolgreichen Studios wenden sich daher meist an internationale Publisher. Trotzdem haben die Entwickler in den letzten vier Jahren mehr Erfolge erzielt als in den zehn Jahren davor. Zudem ist Deutschland weltweit in Browser Games führend, was ja mal was Neues ist, dass wir vorne liegen!

macmagazin.de: Wie werden wir im Jahr 2015 spielen und wie 2050? Wird es dann überhaupt noch klassische Spiele geben oder massiv vernetzte alternative Realitäten auf der einen und Minispiele auf der anderen Seite?
Weidemann: Ich glaube, dass Online-Spiele die derzeitigen klassischen Spiele verdrängen werden. Die werden sicherlich nicht aussterben aber mit anderen Menschen zu spielen macht halt so viel mehr Spaß als alleine vor der Glotze zu hocken. Zudem werden Gesten, Gesichts und Sprach Erkennung samt möglicher Verfremdung zum Standard-Interface gehören. Im Jahr 2050 möchte ich gar nicht wissen wie wir spielen, die werden wohl darüber lächeln, was wir heute da treibe. Wir begreifen erst langsam, zu was unser Medium fähig sein kann.

macmagazin.de: Das iPhone und der App Store haben die Spielepreise massiv in Bewegung gebracht – nach unten. Wie beurteilen Sie den Markt und die Möglichkeiten?
Weidemann: Das iPhone ermöglicht es zum ersten Mal mit Spielen im Preissegment von 1 bis 5 Euro, ein Business Modell aufzubauen, das war vorher noch nie da. Leider waren die deutschen Entwickler mal wieder zu spät dran und es gibt kaum Spiele aus Deutschland für das iPhone.

macmagazin.de: Brauchen Menschen Spiele?
Weidemann:
„Dumme Frage“ hätte ich beinahe gesagt. Gute Spiele sind besser als das meiste aus TV oder Kino. Ob wir sie brauchen, frag ich mal gleich RTL und Sat1. „Bauer sucht Frau“ ist sicherlich „Klasse“ für die Kultur! Bitte nicht falsch verstehen, ich liebe Kino und TV Serien, nur was da zum größten Teil geboten wird, ist schon unterste Schublade. Da Menschen schon seit Beginn spielen, werden Spiele wohl nie aussterben. Seit Generationen werden Spiele schon immer mit und gegeneinander gespielt, fast nie alleine. Der Computer bildet hier eine Ausnahme, jedoch bietet das Internet die Grundlage, Spiele wieder genau dorthin zu führen: miteinander und gegeneinander spielen, daher auch meine Meinung, dass Single-Player bald ein Nischen-Dasein führen wird.

macmagazin.de: Sind Sie ein “kriegerischer” Mensch? “Panzer Elite” und “Söldner Secret Wars” klingen nicht gerade sehr friedlich, ebenso wenig wie “Panzer Tactics DS”.
Weidemann: Nein, das lag am Einfluss meiner Familie, die seit Generationen beim Militär war und zudem an meinem Ziel, ein Spiel zu entwickeln, das in den USA erfolgreich sein sollte: Und da gehen Militärspiele ausländischer Entwickler halt am Einfachsten. Daher diese Entscheidung. Söldner war dann ein Folgeprodukt, das uns den Weg zum Online-Spiel ebnen sollte, zudem es leider nie kam, weil unsere Muttergesellschaft in eine Krise rutschte. Völlig normal in unserer Branche. Jedes Jahr was Neues und alles anders.

macmagazin.de: Sie haben unter anderem für Microsoft gearbeitet und im Bereich “europäischer Spielemarkt” eine beratende Funktion erfüllt. Mögen Sie über Ihre Erfahrungen mit dem Konzern berichten?
Weidemann: Ich zitiere mal Microsoft Mitarbeiter aus den USA: „40 Prozent der Zeit fragen wir uns, wer für die Arbeit zuständig ist, 40 Prozent unserer Zeit suchen wir diese Person, weil wir laufend umstrukturieren, und 20 Prozent unserer Zeit schauen wir uns unseren Aktienkurs an.“ Im Ernst, für so einen Konzern muss man ganz schön umdenken und die Zuständigkeitsbereiche sollte man keinesfalls überschreiten oder mal kurz etwas selber machen weil es schneller geht. Damit tritt man vielen dort auf die Füße.

macmagazin.de: Was ist Ihre – private – Vorstellung von Glück?
Weidemann: Gesundheit für meine Familie und Freunde und sich den Lebensstandard ohne Sorgen halten zu können.

macmagazin.de: Wer soll der nächste Gesprächspartner der Reihe „Leute am Mac“ sein? Warum?
Weidemann:
Jürgen Schrott, einer der besten Mac Netzwerk Techniker den ich kenne mit interessantem Nebenberuf!

2 Kommentare

intro am 14.12.2009 23:06

Gibt es eigentlich so wenig Frauen, die interessante Berufe in Verbindung mit einem Mac haben ! ?

Was nicht heißen soll, dass die Berichte langweilig sind ! :-)

Tizian Nemeth am 16.12.2009 15:49

Da unsere Gesprächspartner immer den nächsten Gast für ein Interview vorschlagen, müssten wir diese Frage mal an diese Adresse weiterleiten. Immerhin haben wir ja gelegentlich schon Damen in der Runde gehabt: http://www.macmagazin.de/9512/wer-ist-eigentlich-sophia-teutschler/

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