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SCHREIB-SOFTWARE FÜR KREATIVE AM MAC

02.12.2009


Schreiben im Fokus: Scrivener (Teil 1)

von Marcel Magis

Der Mac ist für Autoren ein Eldorado: Spezielle Software unterstützt Schriftsteller, Drehbuchautoren und sonstige Schreiber. Eines der beliebtesten Programme ist sicherlich Scrivener von Literature & Latte, das dem Autor auch bei der Projektplanung helfen will. Was Scrivener sonst noch auszeichnet und warum Thomas auf die Software schwört, das beschreibt macmagazin.de ausführlich.

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Eine Feststellung vorweg: Das „ideale“ Schreibprogramm existiert nicht, zu unterschiedlich sind die Arbeitsweisen.

Scrivener wendet sich nach Aussage des Machers an Autoren, die umfangreiche (Roman-)Projekte bearbeiten. Weniger geeignet sei sie für Leute, die einfach von Anfang bis Ende schreiben. Die „sprunghafteren Autoren“ unterstützt die Software hingegen mit einer Vielzahl von Möglichkeiten wie zum Beispiel mit einem Pinboard für Notizzettel, Outliner-Funktion und einer Datenbank, in der man Recherche-Medien von der Webseite über PDF-Dateien bis hin zu QuickTime-Videos ablegen kann.

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Das ist auch der Hauptgrund, warum sich Thomas für diese Software entschieden hat: Er recherchiert und konzipiert viel – und das alles in einem Programm. Für die Software hat er noch einige Argumente mehr, dazu aber später.

Nach dem Start fallen zwei Dinge ins Auge: Trotz der vielen Funktionen ist Scrivener übersichtlich gestaltet. Allerdings mag der eine oder andere Autor eine deutsche Lokalisation vermissen – ein echter Hinderungsgrund, Scrivener einzusetzen, sollte dies für die meisten aber nicht sein. Zu Beginn lohnt sich ein Aufruf des Tutorials unter dem Menüpunkt “Help”. Scrivener legt anschließend ein neues „interaktives Projekt” an und fragt nach einem Speicherort.

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Auf der linken Seite sollte man eine Baumstruktur mit dem Inhaltsverzeichnis finden – diese lässt sich mit einem Klick auf das Buch-Icon mit der Bezeichnung Binder ein- und ausblenden. Hier findet man die Schritt-für-Schritt Anleitung und einige Medienbeispiele. Unter Schritt 5 (Step 5) erfährt man um Beispiel, dass man mit gedrückter Shift-Taste mehrere Kapitel-Einträge selektieren kann: Scrivener stellt dann die Kapitel mit einer kleinen Inhaltsangabe (Synopsis) – sofern vorhanden – auf dem Pinboard dar. Besonders für umfangreiche Romanprojekte ist dies ein Segen, erleichtert es doch die Übersicht über das Projekt.

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Zu einer Standardfunktion hat sich in Programmen für Schriftsteller der Vollbildmodus entwickelt. Die Umsetzung ist dabei aber durchaus unterschiedlich. Scrivener startet diesen Modus auf dem Monitor, auf dem sich das Programmfenster gerade befindet, und zeigt die Seite vor abgedunkeltem Hintergrund an. Wie sehr der Schreibtisch durchschimmern soll, lässt sich einstellen, ebenso die Position des Schreibblattes sowie die Größe. Die Einstellungen blenden sich ein, sobald sich der Mauszeiger dem unteren Bildschirmrand nähert. Wie andere Programme auch dunkelt Scrivener einen zweiten Monitor nicht ab, hier muss man also selbst “für Ruhe” sorgen.

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Wer noch mehr ändern möchte, sucht aus dem Menü Scrivener die Preferences auf. Hier lässt sich zum Beispiel die Hintergrundfarbe einstellen und der Vollbildmodus auf einem zweiten Monitor “erzwingen”.

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Das Programm hält weitere nette Kleinigkeiten bereit: Neben der Anzeige der aktuell geschrieben Zeichen und Wörter lässt sich über den Menüpunkt Statistics unter View relativ genau einstellen, was Scrivener zählen soll und was lieber nicht, zum Beispiel Fußnoten und Anmerkungen.

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Ebenfalls unter Statistics lässt sich ein Schreibziel eingeben, zum Beispiel 50.000 Wörter. Ein Balken zeigt dann an, wie dicht man der eigenen Vorgabe bereits gekommen ist.

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Sinnvoll ist auch die “Snapshot”-Funktion. Mit ihr hält man auf Wunsch den augenblicklichen Textzustand fest. Wenn man bei Überarbeitung merkt, dass die alte Version doch besser war, kann man zu diesem Zustand zurückkehren. Scrivener bietet dann an, von der letzten Version ebenfalls eine Momentaufnahme zu machen. Man kann ja nie wissen …

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Im Test kann Scrivener überzeugen. Die Software arbeitet schnell, ist handlich und trotz zahlreicher Funktionen übersichtlich. Alle Möglichkeiten zu entdecken, ist eine Aufgabe, die allerdings etliche Zeit in Anspruch nimmt. Man glaubt Entwickler Keith aus Cornwall aber gerne, dass der Software ursprünglich lediglich entwickelt hat, um für sich das perfekte Schreibprogramm haben. Inzwischen ist Literature & Latte nun doch ein Software-Unternehmen geworden, wie er feststellt, und aus seinem Roman-Projekt bisher nichts geworden. Dafür hilft Keith nun anderen Schreibern, ihren verdammten Roman vielleicht doch eines schönen Tages fertigzustellen. Zum Beispiel dem Thomas.

Voraussetzung für Scrivener ist mindestens Mac OS X 10.4, nach der Installation lässt sich die Software 30 Tage lang testen. Wer sich dauerhaft auf sie einlassen will, zahlt rund 28 Euro, ein USB-Stick im Scrivener-Outfit mit Software lässt sich für 35 Euro erwerben.

Bild: Shordzi, “Continental typewriter”. Some rights reserved. Flickr

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