TÜRCHEN ÖFFNEN MIT TOUCH UND KLICK
01.12.2009
Es gibt sie mit Schokolade und Pralinen, auf elektronischen Geräten muss man hingegen ohne Süssigkeit auskommen. Dafür gibt es – neben einer schlankeren Linie – andere Vorteile der virtuellen Kalender und außerdem: auch ein Mac und ein iPhone will beschenkt sein und an der Vorweihnachtsfreude teilnehmen. macmagazin.de stellt einige Adventskalender vor.
Schadenfreude ist auch in der Adventszeit die schönste Freude, hat sich wohl der Entwickler des Widgets Christmas Kalender gedacht.
Über 100.000 Apps, da muss es doch etliche Advents-Kalender auch für den iPod touch und das iPhone geben. So ist es auch. Zuerst haben wir uns bei den kostenlosen Apps umgeschaut.
Der deutsche iPhone-Entwickler-Verband Vieda hat seine Advents-App pünktlich im Store veröffentlicht – hinter jedem Tag steckt ein App-Sonderangebot aus deutschen Landen. Der Adventskalender begrüßt den Anwender dabei mit einem net gemeinten Jingle Bells-Instrumantel. Aber es kommt ja auf die inneren Werte an und die hat Vieda schummelresistent versteckt: Das Datum holt sich die App über das Internet, ohne Verbindung schaut man nur auf die Geschenkbox mit Schleifchen.
Mit dem ersten App-Schnäppchen für 79 Cent mag sich dann aber doch die richtige Stimmung einstellen, das Programm Weihnachtsmärkte findet eben diese in der direkten Umgebung – ganz leicht fällt die Entscheidung nicht, denn zum gleichen Preis findet man auch die App Weihnachtsmärkte 2009 im Store.
Der Hand Drawn Adventskalender lässt hingegen die Schummelei auch mit Button zu – lädt aber danach auch stets eine Werbeseite. Die Anfrage beim Start der App, die Standortangabe zuzulassen, darf man auch getrost ablehnen. Diese Aufdringlichkeit ist ärgerlich, denn eigentlich ist die App ganz schön gemacht: In die verschneite Winterlandschaft kann man hineinzoomen, geöffnete “Türchen” bereichern das Bild um neue Elemente.
So legt man Tag für Tag das eigentliche Bild frei. Wer die Werbung nicht will, greift zur Vollversion für 1,59 Euro.
Ganz und gar nicht aufdringlich ist hingegen Advent 2009: Am etwas kahlen Tannenbaum (?) hängen einige Weihnachtskugel, je nach Datum dann auch Zahlen.
Hinter den Zahlen verbergen sich meist Texte zu Weihnachtsliedern, darunter findet man passend den iTunes-Einkaufbutton. Teilweise erwies sich die App als recht absturzfreudig.
Xmas Counter ist das Highlight unter den kostenlosen Apps und besonders kindgerecht.
Wie in einem Bilderbuch begutachtet man die an einer Leine aufgereihten “Geschenke”, auf Fingerdruck öffnet sich ein zuckersüßes Bildchen – oder der Weihnachtsmann ermahnt einen mit erhobenem Zeigefinger, wenn es vor der Zeit ist. Besonders wohltuend für Eltern dürfte der Verzicht auf jegliches Geräusch sein.
Aber es muss doch noch besser gehen, und so haben wir die Kreditkarte gezückt und bei drei Apps zugeschlagen. Für 79 Cent und 1,59 Euro belasten sie den Geldbeutel nicht zu sehr und lassen noch einige Weihnachtseinkäufe für die Lieben zu. Im Gegensatz zu den meisten kostenlosen Apps kann man bei den Vorstellungen hier “schummeln”. Aber, Hand aus Herz, das würde doch keiner von uns tun wollen, oder?
Von Ludigames kommt die App mit dem schlichten Namen Adventskalender, die man auch bereits letztes Jahr zu dieser Zeit finden konnte. Das Programm zeigt ein klassisches Winterbild-Motiv, wie man es eben von gedruckten Adventskalendern kennt. Damit enden die Ähnlichkeiten, denn der Kalender untermalt das verschneite Dorf nicht nur mit Weihnachtsklängen, ein Türchen muss man auch erst mit einer Geste “aufreißen”.
Danach sprüht es Funken, ein Bildchen öffnet sich und der Kalender erwacht kurz zum Leben: Eine kleine Animation ist zu entdecken. Der Adventskalender ist schön und seine 79 Cent sicherlich wert.
Nicht ganz so glücklich sind wir mit dem Advent Calender 2009. Der ist eher seltsam gestaltet, die Türchen sind strikt in chronologischer Reihenfolge angeordnet.
Zur grauslich aufgenommenen Musik lassen sich pro Tag drei Bereiche öffnen: Etwas Text, etwas – ebenfalls grausliche – Musik und als Höhepunkt ein Weihnachts-Backrezept. Kein Totalausfall, aber so richtig schön ist es auch nicht.
Zuletzt sehen wir uns den Weihnachts-Countdown an. Irgendwie erinnert die Weihnachtskugel im Zahlenrad eher an eine Bombe und auch die Geräusche lassen einen eher in Deckung gehen – andererseits passt das aber auch, denn hier schlägt die Kitschbombe voll zu. Engel herzen die güldene Weihnachtskugel und erinnern an alte Glanzbildchen mit Glittereffekt – bildschirmbedingt ohne Glitter, aber nicht weniger süß.
Der Clou ist aber eine Funktion, die einen dieses “Engelkitschbildchen” verschicken lässt, mit dem Zusatz “noch x Tage bis Weihnachten”. Auch diese App können wir empfehlen, zumindest für jene, die am “schlechten Geschmack” Geschmack finden können. Dem Entwickler sei gerade mal so eben verziehen, dass er den Preis heute auf 1,59 Euro hochgeschraubt hat. Es ist ja bald Weihnachten …
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