ES MUSS NICHT IMMER SINNVOLL SEIN
23.11.2009
Nein, Google Chrome OS ist nun wirklich kein System für Desktop-Rechner – und soll es laut Google vorerst auch gar nicht sein. Doch da die Neugier oft größer ist als jedes bessere Wissen, haben wir das neue Betriebssystem trotzdem auf einem Mac installiert, virtualisiert im Fenster. Das Ergebnis: Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass wir das neue System bereits ausprobiert haben. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Und wir haben Beweise.

Googles neues Chrome OS ist vor allem in aller Munde, weil es weniger kann als andere Betriebssysteme: Es führt keine Programme im klassischen Sinne aus – bis eben auf den Browser Chrome, der Internetseiten und Web-Apps aufruft. Googles Entwickler haben das Betriebssystem nun der Öffentlichkeit vorgestellt, vor allem, weil sie den Open Source-Code aus Lizenzgründen offenlegen müssen. Auf den Markt kommen wird es nämlich erst im Herbst 2010 – und bis dahin dürfte sich noch einiges am Funktionsumfang ändern. Vor allem dürfte Google bis dahin noch mehr und bessere Web-Applikationen zur Verfügung stellen.
Google folgt auf den ersten Blick Apples Geschäftsmodell: Das OS wird sich nicht auf beliebigen Rechnern installieren lassen, so der Hersteller, sondern nur auf dafür ausgelegten Netbooks zum Einsatz kommen. Der wesentliche Unterschied zu Apple: Google stellt diese Hardware nicht zusammen und verkauft sie nicht. Interessant dürfte in Zukunft sein, ob sich der Konzern auch an Hardware-Umsätzen beteiligen lassen oder Einnahmen ausschließlich aus Werbung generieren will.
macmagazin.de jedenfalls lässt sich bereits heute nicht abhalten, das neue OS auch auf einem Mac auszuprobieren. Sinnvoll ist das nicht: Der Browser ist in der Virtualisierung langsam, er startet langsam und benötigt auf Grund des zusätzlich geladenen Betriebssystems auch eine Menge Ressourcen. Er lässt sich nur in geringer Auflösung ausführen, die Fenstergröße wirkt auf dem 24-Zoll-iMac geradezu lächerlich. Aber Chrome OS läuft – und manchmal zählt für den Technikfreund eben nichts anderes. Hat jemand Freak gesagt?

Für den Code des Betriebssystems bemühen wir nicht etwa die offizielle Google Code-Seite, sondern setzen auf BitTorrent und laden eine fertige virtuelle Maschine aus dem Netz. Wir sparen uns damit das zeitraubende und komplizierte Kompilieren. Entsprechende Links finden sich auf den großen amerikanischen Techniksseiten.

Der Nachteil: Das “Saugen” von Dateien aus dem Internet ist nicht ungefährlich. Es ist schwer, selbst herauszufinden, woher der Code wirklich stammt und ob Manipulationen daran vorgenommen wurden. Deshalb empfiehlt sich in diesem Falle, zum Ausprobieren des Systems einen temporär angelegten Google-Account zu verwenden und diesen danach fachgerecht zu entsorgen. Generell ist beim Umgang mit Dateien dubioser Herkunft äußerste Vorsicht angesagt – und wer nicht genau weiß, was er tut, der lässt es besser bleiben. Den Chrome-Browser für den Mac, der bis auf eine fehlende Menüleiste und ein paar Einstellungsdialoge fast genau wie das OS aussieht, gibt es in einer aktuellen Vorversion ganz offiziell auf der Herstellerseite.
Die heruntergeladene Datei trägt nach dem Entpacken die Endung .vmdk, öffnen lässt sie sich mit der kostenlosen Virtualisierungssoftware VirtualBox von Sun.

Diese lädt man auf der Herstellerseite herunter, der Download ist rund 66 Megabyte groß, man installiert sie mit einem Doppelklick.
Dann folgt ein wichtiger Zwischenschritt: Es gilt, die heruntergeladene Datei in der VirtualBox in den Manager für virtuelle Medien zu schaffen. Man ruft diesen auf, klickt auf den Eintrag hinzufügen und wählt die .vmdk-Datei aus. Mit einem OK verlässt man den Manager danach wieder.

Im Hauptfenster der Virtualbox kann man nun eine neue Maschine hinzufügen. Als Betriebssystem wählen wir Linux, unter Version Other Linux aus. Die Größe des Hauptspeichers legen wir auf unserem Testsystem auf 512 Megabyte fest, unter Festplatte benutzen entscheiden wir uns für die zuvor in den Manager eingetragene -.vmdk-Datei. Fertig.

Chrome OS am Mac. macnews.de unter dem neuen Chrome OS am Mac, ein Einstellungsdialog, den bis gestern noch kaum jemand zu Gesicht bekommen hat. Darauf muss man stehen – oder man hat diesen Artikel erst gar nicht bis hierhin gelesen.
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1 Kommentar
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von MacMagazin.de, Guido A Waldenmeier erwähnt. Guido A Waldenmeier sagte: http://www.macmagazin.de/13625/google-chrome-os-auf-dem-mac/ Google Chrome OS auf dem Mac ES MUSS NICHT IMMER SINNVOLL SEIN ;o) [...]