KABELLOSER MUSIKGENUSS UND KLANGVERBESSERNDE FUNKTIONEN
19.11.2009
Kopfhörer kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn man seine Umgebung nicht mit lauter Musik plagen möchte. Was kann man aber tun, wenn die Umgebung den reinen Musikgenuss stört? Wie wäre es mit einem Kopfhörer der aktiv Geräusche von außen mittels Elektronik zum Schweigen bringt? Mit dem MM 450 Travel bietet der niedersächsische Audiogerätehersteller Sennheiser ein Headset, das Umgebungsgeräusche auf Wunsch mit einer Effektivität von 90 Prozent aussperrt. macmagazin.de hat sich das Headset auf die Ohren gesetzt und auch einen Blick auf die Funktionen geworfen.

Mit rund 290 Euro gehört das MM 450 Travel preislich zur Oberklasse. Hervorstechende Merkmale sind die NoiseGuard und TalkThrough-Funktion, mit der man Außengeräusche unterdrücken sowie mit der Umwelt kommunizieren kann, ohne den Kopfhörer abzusetzen. Verbindung zum Mac und dem iPhone hält das Headset über die Bluetooth-2.1-Schnittstelle.
Nach dem Auspacken aus der schwarzen Box, kommt neben allerlei Netzsteckeradaptern, Kabeln und einem Handbuch das Headset zum Vorschein. Optisch präsentiert es sich in fast zur gänze in schwarz, wenn man von den kleinen Knöpfen und den wenigen Stellen am Bügel absieht, an denen gebürstetes Aluminium zum Vorschein kommt.
Handlich ist das 100 Gramm leichte Headset: Vor allem da man die Ohrhörer zur Bügelinnenseite hin einklappen kann. Damit kann man es bequem in der Jackentasche oder einem Rucksack verstauen, zum Schutz des Kopfhörers kann der Anwender die mitgelieferte Transporttasche verwenden.
Durch das geringe Gewicht und die ansprechende Optik kann man es allerdings auch als “modisches” Accessoire um den Hals tragen – auch der macmagazin.de-Redakteur trägt auf diese Weise das musikalische Halsband.
Der flexible Bügel spannt den Kopf zwischen die beiden Ohrpolster, drückt dabei aber nicht unangenehm auf den Ohren. Wie beim Sennheiser MM 100 so liegen auch hier die Ohrhörer auf den Ohren auf, anders als InEar-Kopfhörer, die das Ohr zupfropfen. Den Bügel kann man in seiner Länge verstellen. Mancher Anwender trägt den Kopfhörerbügel lieber im Nacken, allerdings sitzt das Headset sicherer, wenn der Bügel den Kopf umspannt. Auch nach mehreren Stunden mit dem Kopfhörer auf den Ohren sitzt er immer noch angenehm, lediglich die mit Leder bezogenen Ohrpolster sorgen nach längerem Tragen für warme Ohren.
Als Zubehör liegen unter anderem auch ein Netzteil mit verschiedenen Länderadaptern – wodurch die Bezeichnung Travel im Namen nicht nur bloßes Lippenbekenntnis ist. Zudem findet man noch ein Audiokabel mit einem 2,5 Millimeter auf der einen und einem 3,5 Millimeter Klinkenstecker auf der anderen Seite sowie einen Audio-Adapter mit 6,35 Millimeter Klinkenstecker.
Denn das Headset lässt sich nicht nur via Bluetooth verbinden, sondern kann auch über die Audiokabel angeschlossen werden. Damit kann man es auch an Geräten ohne Bluetooth-Schnittstelle verwenden und wenn die Akku-Kapazität zur Neige gegangen ist. Für Globetrotter, die auch im Flugzeug ihr Headset anschließen wollen liegt zudem ein Inflight-Adapter mit einem 3,5 Millimeter Doppelmono-Klinkenstecker bei. So kann man auch in Flugzeugen wo die Verwendung von Bluetooth untersagt ist, den schnarchenden Nachbarn ausblenden.
Zunächst ein Wort zu den Bedienelementen: Sämtliche Knöpfe sowie die LEDs befinden sich am rechten Ohrhörer während der linke den Mini-USB-Anschluss sowie den Akku beheimatet. Die Knöpfe für die NoiseGard-Funktion, der Power-Button und die Knöpfe für die Lautstärke und den Titelsprung sind anders als beim kleinen Bruder MM 100 leichter zu finden, sofern man sich erst einmal über ihren Platz am Headset versichert hat. Der Powerknopf zum Ein- und Ausschalten des Headsets ist von einer sternförmigen Element umringt, dass entweder rot oder blau aufleuchtet um die aktuelle Funktion anzuzeigen.
Der Powerknopf dient zudem dazu, den Bluetooth-Verbindungsmodus zu starten und eingehende Gespräche anzunehmen. Hat man das Hedset am Mac angemeldet, startet iTunes, sobald man den Power-Button drückt.
Herausragendes Merkmal des MM 450 Travel ist die NoiseGard-Funktion, mit ihr kann der Musikliebhaber die Außenwelt aktiv aussperren und sich ganz der Musik hingeben. Um die Funktion der Schallreduktion des Sennheiser-Kopfhörers zu verstehen, muss man kein Quantenphysiker sein. Töne sind Schallwellen und diese kann man sich als Sinuskurven vorstellen. Um nun einen Ton auszulöschen, muss man einen Ton mit gleicher Amplitude so legen, dass ein Wellental mit einem Wellenberg zusammenfällt. Genau dieses Prinzip nutzt das Headset um Lärm zu eliminieren. Dazu befinden sich in beiden Hörern ein Mikrofon, das die Außengeräusche aufnimmt und mittels eines integrierten Verstärkers über die beiden Kopfhörerseiten ausgibt.
Um die NoiseGard-Funktion zu aktivieren muss man die entsprechende Taste für zwei Sekunden gedrückt halten, die Taste leuchtet rot. Im Test funktioniert die Funktion sehr gut, auch wenn der ultimative Härtetest mangels eines Flugzeugs entfallen musste. Der Ton klingt im NoisGuard-Modus wärmer und unmittelbarer, während er bei ausgeschalteter Funktion einen minimalen Hall hat und entfernter klingt. Da das Headset bereits ohne aktivierten NoiseGard-Modus den Lärm der Umwelt gut dämpft, haben die Entwickler dem MM 450 auch noch die Funktion TalkThrough spendiert.

Mit einem kurzen Druck auf den NoiseGard-Knopf aktiviert man die TalkThrough-Funktion. Das Headset schaltet ein Mikro nach draußen frei und man hört die Umwelt besser. Eventuell spielende Musik wird unterbrochen, am iPod und iPhone besteht die Verbindung zur Außenwelt nur wenige Sekunden. Am Mac bleibt die Funktion aktiviert, bis man wieder auf den Knopf drückt. So kann der Musikliebhaber für einen kurzen Moment die Titelwiedergabe unterbrechen und sich mit einer anderen Person unterhalten, ohne extra den Kopfhörer absetzen zu müssen.
Unterbricht man die Bluetooth-Verbindung indem man den Bluetooth-Knopf solange gedrückt hält, bis die sternförmige LED drei mal rot aufleuchtet, stoppt auf dem iPod oder iPhone auch die Wiedergabe.
Die Balance zwischen Höhen und Tiefen ist gut, auch ohne besondere Equalizer- Einstellungen hat man ein harmonisches Klangbild und den Eindruck einer raumfüllenden musikalischen Darbietung. Die exzellente Basswiedergabe überrascht bei den kleinen Ohrhörern, die sonoren Tiefen erwartet man eher bei einem Subwoofer. Die Mitten haben einen warmen Klang und die Höhen erklingen klar und ohne Klirren oder unangenehme Beigeräusche.
Auch wenn man die eingebauten Mikrofone schwer findet, so nehmen sie während eines Telefonats oder bei einer Aufzeichnung am Mac die Sprache zuverlässig auf.
Sowohl in Verbindung mit dem iPhone als auch dem Mac überzeugt das Sennheiser MM 450 Travel vor allem auch als Ohrschmeichler mit bassbetonten und kristallklarem Sound. Die Bedienung ist gewöhnungsbedürftig, aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase findet man die entsprechenden Knöpfe auch ohne das Headset jedesmal absetzen zu müssen. Besondere Highlights sind die NoiseGard-und die TalkThrough-Funktion, die im Test überzeugen und begeistern konnten. Mit einer Akku-Laufzeit von zehn Stunden muss man auch auf längeren Reisen nicht auf Musik verzichten, lediglich das Wiederaufladen dauert mit drei Stunden zu lang. Mit 290 Euro ist der Sennheiser nicht gerade ein Schnäppchen, aber die gute Qualität rechtfertigt den Preis.
14 Kommentare
Wenn ich mit meinem uralten Sennheiser Kopfhörer mit Umgebungsgeräuschunterdrückung spazieren gehe, verursacht Wind starke Störgeräusche, sodass ich die Unterdrückung ausschalten muss. Ist dieses Problem beim MM 450 gelöst?
Der Test an der frischen Luft steht noch aus, bisher habe ich NoiseGard nur neben einem laut brummenden Server ausprobiert. Dabei hat die Funktion wirklich beachtliches geleistet. Da das Wochenende vor der Tür steht, werde ich den Kopfhörer bei meinem Angeltrip mal eingehend in der Natur testen und am Montag an dieser Stelle berichten.
Vielleicht komische Frage, aber versteht sich das Headset mit dem TomTom Car Kit?
Beide haben ja ne eigenen Bluetooth Verbindung. Kann das iPhone die beide parallel handeln?
Spracheingabe und Audioausgabe geht ja auch mit dem Car kit.
Nur bei gleichzeitigem Betrieb der beiden soll Spracheingabe und Audioausgabe über das Headset laufen und nicht über das Car Kit, könnte das was werden…?
Frage einfach weil ich mir so eine erhöhte Sprachqualität und Soundqualität besonders bei Musik verspreche…
@fotomacher: Andreas hat das Headset in freier Wildbahn getestet und hat dabei immer noch einen guten Klang festgestellt. Bei aktiviertem NoiseGard hat er keine Probleme in windigen Gegenden, da scheint Sennheiser nachgebessert zu haben.
@berti:Aktuell warten wir noch auf ein TomTom Car Kit zum testen. Deshalb würde ich die Antwort gern etwas später nachliefern, dann aber ausführlich.
Wie gut ist die Geräuschunterdrückung im Auto (Autobahn, Windgeräusche) ?
Einerseits um Ruhe in einem lauten Auto zu haben, andererseits um Musik zu hören.
ok, ich habe mir das Jabra BT3030 Headset geholt.
Nun war die Frage wie versteht es sich mit dem TomTom Carkit.
Die gute Nachricht die Audioaus/Eingabe läuft einwandfrei über das Headset.
Nachteil: Das iPhone ist anscheinend von Haus aus nicht in der Lage zwei parallele Bluetooth-Verbindungen zu verwalten. Heißt also entweder GPS Verstärker des Carkit ODER Headset.
Ich könnte mir vorstellen das dieser Nachteil Softwareseitig zu beheben sein könnte, da das Headset selber auch 2 parallele Verbindungen aufbauen kann.
Gefunden habe ich dazu aber bisher nichts….
ups hab da wohl was falsch verstanden der GPS Verstärker wird offensichtlich via DockConnector angesteuert und Freisprecheinrichtung des Carkit via Bluetooth.
Ergo funktionieren die beiden Systeme Headset+Carkit doch einwandfrei zusammen…
Frage an Tizian Nemeth:
Wie gut ist das MM450 zum Telefonieren geeignet ?
Ist die Gesprächsqualität für meinen Telefonpartner perfekt oder gibt es Einschränkungen ?
Im unserem Test war die Sprachqualität sehr gut, lediglich Windgeräusche beeinträchtigen die Verständigung ein wenig. Andreas hat mit dem Headset sogar einen Podcast mit recht guten Ergebnissen aufgezeichnet
Kann mir jemand sagen, worin der Unterschied zum Sennheiser PXC 310 BT besteht? Dieses wird nämlich auf sennheiser.de / .com gelistet. Vom MM 450 BT dagegen keine Spur.
Inzwischen konnte ich das MM 450 Travel auf der Sennheiser-Website unter “Headsets” finden. Laut http://www.sennheiser.com/sennheiser/home_de.nsf/root/press_releases_060809 kann man mit dem PXC 310 BT nicht telefonieren.
Schade, denn letzteres hätte ich mir über Lufthansa Miles&More holen können.
@ Tizian Nemeth:
Man liest bei Userbewertung (Amazon), dass die Funktion “Titel Vor / Zurück” beim iPhone nicht funktioniert.
Kannst Du da genaue Aussagen zu machen?
Habe ein 3GS und liebäugel mit den Headphones…
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