2. TEIL: OHNE LAUFENDEN MAC UND ZUSÄTZLICHE HARDWARE
17.11.2009
Der Online-Videorekorder Bong.tv richtet zwar nicht ausschließlich, aber doch in Besonderem an Mac-Anwender. So weist der Anbieter “Keep in Mind” mit Sitz in Südtirol eindrücklich darauf hin, dass er für die Entwicklung des Internetangebots das gleiche JavaScript-Framework verwendet, das Apple in MobileMe einsetzt. Dabei ist es für den Mac-Anwender interessanter zu wissen, dass Bong.tv alle Sendungen im H.264-Format abspeichert. Dieses nämlich ist auf dem Mac zu Hause.

Die Kosten
Wenn der Anwender sich für einen kostenpflichtigen Online-Videorecorder Bong.tv entscheidet, dann erwirbt er in erster Linie den Online-Speicherplatz und erhält die Aufnahmemöglichkeit als Zugabe, erklärt der Dienstleister. Herausragendes Merkmal von Bong.tv ist nämlich die Möglichkeit, neben den aufgezeichneten Sendungen auch Dokumente, Bilder und eigene Filme auf den Online-Speicher hochzuladen – wie etwa bei MobileMe oder Dropbox. Von überall kann man dann auf diese Daten zugreifen.

Zum Reinschnuppern kann man ein kostenloses 7-tägiges Probe-Abo abschließen, das sich im Gegensatz zu Save.tv nicht automatisch verlängert, wenn man die Kündigungsfrist versäumt. Während der Probezeit kann der Anwender den Dienst ohne Einschränkungen nutzen, bei Gefallen muss er ihn in einen kostenpflichtigen umwandeln.
Für das kostenpflichtige Abo bezahlt man pro Monat 4,99 – das sind aufs Jahr hochgerechnet 59,88 Euro. Man kann zwischen 3, 6 und 12 Monaten Laufzeit wählen. Bezahlen kann man auch via PayPal, was die Sache schnell und sicher macht.
Ebenfalls gut: Auch am Ende des kostenpflichtigen Abos verlängert sich der Vertrag nicht, sofern man die Frist versäumt hat: Der Anbieter wandelt den Account in einen kostenfreien mit eingeschränkten Optionen um.

Aufgrund des Sitzes in Italien bietet Bong.tv neben den 20 deutschen Fernsehsendern unter anderem noch 5 italienische, die allerdings in unserem Test nicht zur Verfügung stehen. Der Betreiber musste sie nach eigener Aussage aufgrund einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit der Mediengruppe von Silvio Berlusconi vorerst entfernen. Unter den deutschen TV-Sendern findet der Anwender unter anderem einige öffentlich-rechtliche Sender, außerdem RTL, Kabel Eins, Pro 7, Eurosport und Tele 5. Im direkten Vergleich zu Safe.tv hat Bong.tv aktuell zu wenig Sender im Portfolio, das Angebot will der Betreiber aber weiter ausbauen. Für die Aufnahme der Sendungen stehen dem Anwender zehn Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung.
Ähnlich wie bei Safe.tv sucht sich der Anwender aus einem elektronischen Programmguide – dem BongGuide, der das Programm der nächsten fünf Tage anzeigt – die gewünschten Sendungen heraus. Die Programmierung des Online-Rekorders ist leicht, mit einem Klick auf die Sendung und danach auf die Schaltfläche Aufnehmen fügt man der Aufnahmeliste das Wunschprogramm hinzu.
Wählt man den Menüpunkt BongSpace, gelangt man unter anderem zu den Informationen über verbleibenden und bereits benutzten Webspeicher, zur Aufnahmeliste und den privaten Accountdaten. Möchte man eine gewählte Sendung doch nicht aufnehmen, dann kann man sie mit einem Klick aus der Aufnahmeliste wieder entfernen.
Hat Bong.tv eine Sendung aufgezeichnet, erhält der Anwender auf Wunsch zwei E-Mails, die jeweils einen Downloadlink zur Aufzeichnung enthalten. Diese kann man entweder in normaler Qualität oder in hoher Qualität herunterladen. Ein anderer Weg, um an die Aufzeichnungen zu gelangen, führt über den Bereich BongSpace. Neben der aufgezeichneten Sendung finden sich die Knöpfe für die Wiedergabe sowie für den Download.
Die Wiedergabe via Live-Stream erfolgt im Browser über den Online-Player, auch beim Streamen kann man zwischen normaler und hoher Bildqualität wählen.

Der Download der Aufzeichnung in HQ vom Bong.tv-Server hängt maßgeblich von der eigenen Internetverbindung ab, im Test benötigte die 407 Megabyte große Datei rund 9 Minuten, in normaler Qualität hat die 30 minütige Sendung nur noch eine Größe von 128 Megabyte.
In beiden Fällen liegen die Test-Videos nach dem Download im mp4-Format vor. Die HQ-Variante hat PAL-Auflösung mit einer Bildgröße von 767 auf 576 Bildpunkte und eine Gesamt-Bitrate von 1575 Kilobyte pro Sekunde. Das NQ-Video hat eine Bildgröße von 320 auf 240 Bildpunkte und eine Gesamt-Bitrate von 494 Kilobyte pro Sekunde. Der Video-Codec im Mpeg4-Container ist H.264, der Ton liegt als AAC -Codec vor, die Bitraten variieren und haben im Test zum Teil bis zu 164 Kilobyte pro Sekunde erreicht. Das Video in normaler Qualität eignet sich vor allem für mobile Videoabspielgeräte wie den iPod, dort kann man die Aufzeichnung ohne weitere Konvertierung aufspielen.

Im direkten Vergleich zu Safe.tv gibt es bei der Bildqualität keine großen Unterschiede, wenn man die Videos in High Quality vergleicht. Allerdings ist das H.264-Format auf dem Mac generell im Vorteil, da der Anwender damit kodierte Filme in iTunes abspeichern und ohne Konvertierung auf tragbare Geräte übertragen kann.
Ein weitere Plus von Bong.tv: Der Anwender erwirbt nicht nur einen Online-Rekorder, sondern auch Online-Speicher, auf dem er eigene Dateien ablegen kann. Auch die Vertragsgestaltung stimmt:, Anwender rutschen nicht aus Versehen in ein kostenpflichtiges Abo oder müssen eine automatische Vertragsverlängerung befürchten, wenn sie die Fristen versäumen.
Zu wünschen übrig lässt lediglich die Auswahl verfügbarer Sender, viele Dritten fehlen beispielsweise. Preislich unterscheiden sich Save.tv und Bong.tv nicht.
1 Kommentar
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von MacMagazin.de, BONG.TV erwähnt. BONG.TV sagte: http://www.macmagazin.de/13467/bong-tv-fernsehkonserven-aus-dem-internet/ http://bit.ly/2ncpzH [...]