MEDIA-CENTER MIT FLEXIBLEM SPEICHER
28.10.2009
Wer mit einem Media-Center sein riesiges Film-Konvolut und die üppige Musik-Sammlung auf den Fernseher und die Musikanlage bringt, der muss sich bei vielen Hardwarelösungen mit einem begrenzten Speicherplatz der integrierten Festplatte begnügen, wie zum Beispiel beim Apple TV. Anwender, die sich dieser Restriktion nicht unterwerfen möchten, können beispielsweise von Western Digital den WD TV HD Media Player verwenden. Warum er einige Vorteile gegenüber anderen Media-Centern bietet und welche Funktionen in der kleinen schwarzen Box stecken, erklärt macmagazin.de.

Auch wenn im Namen des Media-Players von Western Digital ein “TV” die eigentliche Bestimmung anzuzeigen scheint, lassen sich neben Video- auch digitale Foto- und Musiksammlungen in High-Definition-Auflösung von 1.920 auf 1.080 Bildpunkten auf der entsprechenden Mattscheibe ausgeben.
Zudem kann man die kleine schwarze Box, die an die My Book-Festplatten des Herstellers erinnert, auch an der Musikanlage anschließen. Auf der Rückseite verfügt der Medienplayer über einen Video- sowie Tonausgang über Cinch-Buchsen, daneben findet der Anwender noch einen optischen SPDIF-Ausgang sowie eine HDMI-Schnittstelle – viele Wege führen von der Box zum Fernseher.
Damit kann man die Box sowohl an ältere Fernsehgeräte via Composite-Kabel und gegebenenfalls einem Scartadapter anschließen oder an neuen Bildschirmen den HDMI-Anschluss verwenden. Für die Musikanlage verwendet man dann nur die Cinch-Stecker für den rechten und linken Tonkanal und kann diese bei Bedarf über ein Y-Kabel von Cinch auf Klinke überführen und so auch einen AUX-Eingang mit 3,5 Millimeter Klinken-Anschluss ansteuern.
Das Gerät registriert, ob es per HDMI oder Composite-Video verbunden ist und liefert das passende Signal. Audiophile Anwender, denen der Ton über HDMI oder über die Cinch-Ausgänge nicht reicht, kommen über den optischen Ausgang in den Genuss von Dolby Digital und DTS. Allerdings sollte man beachten, dass das Gerät keinen DTS-Downmix unterstützt, Filme, die nur diese Tonspur beinhalten, bleiben ohne einen zusätzlichen DTS-fähigen Receiver stumm.
Neben diesen Anschlüssen hat der Hersteller auch zwei USB 2.0-Anschlüsse untergebracht. An diesen kann man entweder zwei externe Festplatten, USB-Sticks, Digitalkameras, Camcorder oder auch portable Media-Player anschließen, sofern das System sie als Massenspeicher erkennt. Im Test verwendet macmagazin.de eine SATA-Dockingstation von Sharkoon, mit der man sowohl 2,5 Zoll- als auch 3,5 Zoll-Festplatten unkompliziert anschließen kann. Aber man kann auch externe Festplatten nutzen, die in einem Gehäuse stecken. Durch die Möglichkeit, Speicher nach Belieben am USB-Port anzuschließen, ist man in der Speichergröße nicht beschränkt. Bei der Testfestplatte handelt es sich beispielsweise um eine 3,5 Zoll-Festplatte von Western Digital mit einem Terabyte Speicherkapazität. Das Gerät unterstützt FAT32-, NTFS- und HFS+-Dateisysteme.
Nachdem man den Media-Player an den Fernseher angeschlossen hat sowie die Festplatte an der Box kann man im übersichtlichen Bildschirmmenü über die mitgelieferte Fernbedienung durch die Mediathek stöbern. Je nach Größe der Festplatte und der Menge an Daten benötigt das Gerät eine Weile, bis es die Einträge indiziert hat. Im Test benötigte die schwarze Box bis zu zwei Minuten um rund 700 Gigabyte an Daten einzulesen.
Die Dateien zeigt der Media-Player entweder im Listenmodus oder mit Miniaturbildern an, sofern man den Mediendaten Cover zugewiesen hat. Inhalte kann der Anwender auch über eine Suchfunktion aufspüren, dabei kann er die Mediendateien über ihre Dateinamen, Vorschaubilder sowie Filme-Cover suchen.
Die Organisation nimmt das Gerät selbständig vor, unabhängig vom Speicherort sortiert es die Dateien nach Medientyp und listet diese im entsprechenden Menü-Ordner auf, was das zeitraubende Durchstöbern von Ordnern und Unterordnern nach Videos, Fotos und Songs ebenso erübrigt, wie die händische Strukturierung der Inhalte.
Zu den unterstützten Formaten des Media-Player gehören bei Videos MPEG-1,-2,-4 sowie WMV9, H.264 und MKV sowie MOV, ebenso unterstützt das Gerät Full-HD-Material in 1920×1080p von Camcordern. Bei der Musik ist der Player ebenfalls offen in alle Richtungen und spielt klaglos Songs in den Formaten MP3, AAC, WAV, OGG, WMA, FLAC, Dolby Digital, AIF/AIFF und MKA ab. Auch bei Fotos unterstützt er die gebräuchlichsten Bildformate wie JPEG, GIF, BMP, TIF, PNG. Kleiner Wermutstropfen: Vereinzelt verweigerte die Box im Test bei einigen DVD-Dateien im VOB-Format den Dienst.

Dank der Firmware-Updates hält Western Digital das Gerät immer auf dem aktuellen Stand – sollte die kleine Box mangels Unterstützung ein bestimmtes Format verweigern, bleibt zumindest die Hoffnung, dass der Hersteller mit einem passenden Update diese Wissenslücke schließt. Aktualisierungen kann man ohne große Probleme kostenlos über die Herstellerseite herunterladen.
Noch ein Wort zum Betrieb: Der Media-Player benötigt im laufenden Betrieb rund neun Watt und verrichtet seine Arbeit ohne hörbare Geräusche, die stammen dann schon eher von den externen Festplatten.
Mit dem Western Digital TV HD Media Player kann man auf externen Speichern befindliche Film-, Foto- und Musiksammlung ohne großen
Aufwand am Fernseher wiedergeben. Mit dem HDMI- und dem optischen Ausgang erhält man eine gute Qualität, die Box unterstützt viele, wenn auch nicht alle Formate, und für einen Preis von rund 90 Euro ist sie erschwinglich. Durch Updates bleibt man immer auf der Höhe der Zeit und eventuell behebt ein baldiges Update auch die Probleme mit den DVD-Menüs. Als kostengünstige Alternative zu Media-Centern mit integrierter Festplatte ist sie nicht nur eine, sondern die Wahl.
2 Kommentare
Halloa!
danke für den schönen Bericht allerdings ist das doch die alte Box?! Gibt doch jetzt die neue mit LAN!
Grüße
Stimmt. Aber die Box lässt sich auch prima netzwerkfähig machen. In der ct Nr. 20 vom 14. September gab da einen Klasse Artikel zum Thema.
Unter http://www.heise.de/ct/09/20/links/180.shtml ist die Sammlung der entsprechenden Erweiterungen.
Mich hat die Umstöpselei der Platte zwischen Rechner und WD-Box immer genervt. Deshalb hängt die Platte mit den Filmen jetzt als Samba-Laufwerk am USB-Port des DSL-Routers. Der USB-Ethernet-Stick hat mich etwas mehr als einen Zehner gekostet und alles ist suppi.