DIKTIEREN UND KOMMANDIEREN: SPRACHERKENNUNG AM MAC
12.10.2009
Bisher verstand die Schreibkraft nur Englisch: Nun liegt die deutsche Lokalisierung von MacSpeech Dictate vor und Anwender können auch hierzulande ihrem Mac Texte, E-Mails und Notizen diktieren. Als Zugabe lässt sich der Rechner per Sprach-Kommandos steuern. macmagazin.de hat das Programm zu einem Diktat gebeten und die Rechtschreibleistung bewertet.
Die Diktat-Software verbirgt sich in einer scheinbar überdimensionierten Schachtel – für zwei DVDs eine Menge Platz um sich geborgen zu fühlen, allerdings sind die zwei nicht allein. ASH liefert MacSpeech Dictate gleich noch mit einem Headset aus, dem Plantronics .Audio 400. Zwar kann man das Diktat auch über das integrierte Mikro am Mac aufnehmen, aber wie bereits im Video erwähnt, ist das Ergebnis mit dem Headset ungleich besser.
Zunächst schiebt man die erste der beiden DVDs ins Laufwerk um das Programm zu installieren, die zweite wird erst im Anschluss fällig. Auf ihr befinden sich die Wörterbücher. Nach der Installation stutzt man einen Augenblick, wo steckt den der Lizenzschlüssel? Nach der ersten Aufregung, ob der Key womöglich nicht irgendwo auf dem Weg anhanden gekommen ist, findet man ein Blatt mit einem Tauschcode. Folgt man der Anleitung, gelangt man auf die Seite von ASH, gibt dort den Code und eine gültige E-Mail-Adresse ein und erhält nach kurzer Wartezeit den Serial-Key.
Nach erfolgter Installation steckt der Anwender das Headset an und richtet einen Account ein. Die Sprachsoftware kann von unterschiedlichen Benutzern verwendet werden und speichert von jedem Teilnehmer unter anderem die Aussprache und Stimmlautstärke sowie gewisse Eigenarten im Sprechtempo.
Nun macht man den Mac mit der eigenen Stimme bekannt, dazu absolviert man ein Sprachtraining. Dies kann je nach Sprecher bis zu fünf Minuten in Anspruch nehmen. In unserem Test benötigte das Programm rund drei Minuten.
Im Anschluss kann man erste Diktatversuche unternehmen.
Dazu klickt man zunächst auf den Start-Button um das Mikrofon zu aktivieren. Ob MacSpeech Dictate bereits aufs Wort hört, kann man mit einem Kommando testen. Beispielsweise startet man mit einem “Starte TextEdit” die entsprechende Anwendung, der Startvorgang kann indess einige Augenblicke dauern. Sollte der Start nicht auf Anhieb klappen, nicht verzagen. starte zunächst das gewünschte Schreibprogramm und diktiere ein paar Zeilen. Hakt es immer noch, wie bei uns im Test, hilft es, das Mikro abzuziehen und wieder anzustecken.
Über das standardmäßig eingeblendete Optionsfenster lassen sich der aktuelle Betriebsmodus und die Eingabelautstärke ablesen sowie das Mikrofon ein- oder ausschalten, darunter wird jeweils der Titel des aktiven Fensters angezeigt, damit man weiß, worauf der nächste Befehl angewendet wird. Ein Button zum Aktivieren bzw. Deaktivieren des Mikrofons findet sich auch in der Taskleiste.
Im Test zeigte sich die Anwendung etwas unverständig beim ersten Diktat. Um weitere Missverständnisse auszuräumen hilft es, das zweite und gegebenenfalls dritte Sprachtraining zu absolvieren. Darüberhinaus lernt die Anwendung über den Worttrainer auch Eigenarten des Sprechers zu erkennen, wie etwa regionale Mundarten. Das Programm kann auf diese Weise interpretieren, was der Sprecher sagen möchte. So lernt das Programm mit der Zeit immer besser, aufs Wort zu gehorchen. Die Anwendung funktioniert unter anderem mit Pages, Word und unterschiedlichen Text-Editoren – im Test beispielsweise mit SubetaEdit.
Neben dem Diktat kann man den Mac auch stimmgewaltig steuern. So kann man den Rechner global steuern und ebenso Kommandos innerhalb einer Anwendung erteilen, dazu lassen sich eigene Befehle konfigurieren.
Nun zum Eingemachten: Für das MacSpeech Dictate-Paket von Application Systems Heidelberg mit einem zertifiziertem USB-Headset muss man 229 Euro hinblättern, dafür erhält man aber eine lernwillige und immer besser werdende Diktatsoftware mit der sich auch der Mac steuern lässt.
MacSpeech Dictate erfordert einen Intel-Mac mit mindestens Mac OS X 10.5, einem Gigabyte Arbeitsspeicher sowie ein DVD-Laufwerk. Auf dem Testrechner, einem MacBook mit einem Core 2 Duo-Prozessor mit 2,4 Gigahertz Taktung und vier Gigabyte Arbeitsspeicher, lief die Anwendung flüssig und ohne Hakler.
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