LEUTE AM MAC
09.10.2009
Michael Göbel von MoApp lässt sich so ungern fotografieren, dass Freunde schon mal einen Wettbewerb ins Leben rufen und Geld- und Sachpreise für ein Foto springen lassen. Ausserdem ist der Entwickler von Software wie „Schreiben“ und „myBlogEdit“ und bekennender Katzenfan. Warum Ollerum (so heisst sein Kater) einen eigenen Twitter-Account hat und was es mit dem Homerschen Affen auf sich hat, verrät er uns im Interview.Â
macmagazin.de: Erzählen Sie uns vom Startton Ihres ersten Macs.
Michael Göbel: Kann ich leider nicht.
macmagazin.de: Was geht in Ihnen beim Kauf eines neuen Macs vor? Ist das ein Erlebnis oder nur der Erwerb eines Konsumgutes?
Michael Göbel: Konsum ist es nicht. Neue Macs sind eigentlich ‘nur’ Arbeitsgeräte. Erlebnis ist eher das Sammeln älterer Macs und die Diskussionen mit meiner Finanzministerin. Zum Erlebnis wird das Auspacken allerdings auch bei neuen Arbeitsgerätschaften und der spannenden Frage, ob es mal wieder ein Montagsmodell ist und direkt an Apple zurückgeht. Wir Mac-User sind ja die einzigen, die für öffentliches Beta-Testen auch noch ordentlich Geld bezahlen :-)Â
macmagazin.de:Â Verraten Sie uns Ihre drei Top- und eine Flop-Applikation.
Michael Göbel: Gute Programme sind für mich immer solche, die auf einfache Weise ein wirkliches Problem lösen. Somit ist 1Password da natürlich ganz weit vorne. Wichtig finde ich auch immer, wenn komplexe Dinge so für den Benutzer vereinfacht werden, dass er in seiner täglichen Arbeit tatsächlich Erleichterung verspüren kann und sich nicht mit seinem „Werkzeug“ rumschlagen muss. Aus dem Gund ist Checkout von den Jungs von SOFA herrausragend. Vor allem auch, weil einem die Liebe zum Detail aus jeder Ecke des Programmes freundlich anlächelt. Nicht wirklich schön, aber eines der nützlichsten Tools überhaupt, ist die Fahrplan-App fürs iPhone. Eigentlich der Inbegriff einer gescheiten App für das iPhone.
Flop? Hm – Photoshop steht da natürlich ganz oben – aber was für mich ein wirklicher Flop ist (wenn auch nicht wirklich ein eigenständiges Programm), ist die redmondsche Umsetzung des Zertifikats/Distributions-Geschisses für den AppStore. So stelle ich mir das vor, wenn das Microsoft hätte umsetzen müssen. Nicht um jetzt unbedingt das übliche Bashing mit einbringen zu müssen – ist eher als verständliches Bild gemeint. Ünnötig kompliziert, nicht funktionierend und in keinster Weise an Apple erinnernd. Setzen, Sechs, ist das, was mir dabei immer durch den Kopf geht …
macmagazin.de: Welches Feature sollten Ihr nächster Mac, Ihr nächstes iPod oder Ihr nächstes iPhone unbedingt haben?
Michael Göbel: UMTS/HDSPA im Air fände ich wirklich gut.
macmagazin.de:Â Welches aktuelle Tagesereignis hat Sie in letzter Zeit besonders bewegt?
Michael Göbel: Da ich manchmal nicht mal weiß, welchen Wochentag wir eigentlich gerade haben – Fluch und Segen der Selbständigkeit zugleich – weiß ich nur, wann ich mich zuletzt wieder aufgeregt habe. Das war die erneute Fesstellung, dass in unserem Land keiner in der Lage ist, beim Tod einer „wichtigen“ Person außer den üblichen Speichelleckerunwahrheiten auch mal Tacheles zu reden. Nicht einmal die TAZ war dazu in der Lage, zum Tode von Mohn den Insassen unserer bertelmannschen schwarz-rot-goldenen Freilandversuchsanstalt ein klein wenig über die Mohn-Sekte zu erzählen…
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macmagazin.de: Wie kam es zu MOApp und wie sieht die Zukunft aus? Ihre Software wird langsam aber sicher komplexer …
Michael Göbel: Angefangen hat alles damit, dass es mich immer genervt hat, dass ich für Briefe und Texte das verwendete Programm damals immer erst in die Mitte vom Fenster ziehen musste. Naiv wie ich war, dachte ich, ich lerne das jetzt in zwei Wochen und schreibe mir mal so ein Schreibprogramm, welches direkt immer in der Mitte startet. Da ich in der Stelle, wo bei anderen die Logik sitzt, die beiden Homerschen Affen habe, die sich die Banane über die Rübe ziehen, wurde das natürlich nichts und auch erst einmal wieder auf Eis gelegt. Als ich dann aber auf der Suche nach einem einfachen Programm zum Verwalten meiner Kunden, Aufträge und gearbeiteten Zeiten nicht fündig wurde, habe ich mir meinen ersten Hillegass bestellt und Xcode wieder installiert. Die Homerschen Affen kommen mir immer noch bei vielen grundlegenden Dingen in den Weg, drum dauert manches immer noch etwas länger – aber es wird so langsam. Momentan arbeite ich weiter an meinen kleinen Apps, ein paar neue stehen schon in den Startlöchern und an zwei großen Projekten zusammen mit anderen, die noch etwas dauern werden. Arbeit und Ideen sind genug da. Mir kommt halt immer nur die Begrenzung eines Tages auf 24 Stunden in den Weg.
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macmagazin.de: Welches Ihrer Programm lieben Sie besonders?
Michael Göbel: Schwer zu sagen. Ich schreibe eigentlich nur Programme für mich selbst. Also auch wenn sie kein anderer mag oder erwerben sollte, habe ich sie immer noch für mich. Insofern mag ich sie irgendwie alle. Aber wenn man „lieben“ vielleicht gegen „etwas stolz sein“ austauschen würde, dann wäre es myBlogEdit. Da steckt der meiste Gehirnschmalz drin, war also die größte Herausforderung für die beiden Affen in meinem Hirn. Und fürs iPhone die Gebührenfalle – einfach weil ich die GUI so mag.
macmagazin.de: Einige Apps haben Sie zusammen mit einem Programmierer entwickelt, vom angekündigten Pluto fehlt allerdings noch jede Spur. Wie sieht die Roadmap aus, was kann man demnächst erwarten?
Michael Göbel: Ja – neben der unsäglichen Zertifikatsgeschichte ist das Entwickeln für das iPhone für mich (noch) nicht unbedingt mit Spaß verbunden. Apps für das iPhone enstehen zusammen mit dem genialen Rafael von JuicyCocktails und mein Bereich ist dabei überwiegend die GUI. Da wir zusammen gerade auch an einem anderen großen Projekt sitzen, ist die Zeit für iPhone Apps momentan leider sehr limitiert und wir müssen dringend die Neuauflage von unserem Edwin noch fertig machen und ja, Pluto mit ordentlicher Synchronisierung steht da auch ganz oben auf der Liste. Sollte also jemand einen 48-Stunden Tag für uns zur Hand haben oder klöppeln können – bitte umgehend melden!Â
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macmagazin.de: Ollerum – ihr Kater – hat einen eigenen Twitter-Account und teilt der Welt mit, wie es ihm gerade geht. Was hat ihn dazu bewogen?
Michael Göbel: Ich bin mir nicht ganz sicher. Eine mögliche Erklärung wäre, dass er nicht nur unbeachtet neben mir auf dem Schreibtisch rumliegen möchte. Allerdings könnte es auch sein, dass er es satt hatte, dass permanent nur über ihn geschrieben wird und ihn keiner nach seiner eigenen Sicht der Dinge fragt.
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macmagazin.de: Ein glücklicher Tag ist einer, an dem …
Michael Göbel: … man von morgens bis abends im Pyjama mit der Katze im Arm vorm Mac machen kann, was man will und liebt. Somit ist eigentlich fast jeder Tag ein glücklicher Tag. Gut ist allerdings auch immer, wenn einem beim Öffnen des Briefkastens keine Rechnung entgegen flattert.
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macmagazin.de: Wer soll der nächste Gesprächspartner der Reihe „Leute am Mac“ sein? Warum?
 Michael Göbel: Amin Negm-Awad, Rechtsanwalt und (Mit)Autor von Objective-C und Cocoa. Weil er im Entwicklerforum eine große Hilfe im Kampf gegen die Homerschen Affen nicht nur für mich ist.
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[...] die Frage: wer steckt hinter MOApp, und wer ist eigentlich Michael Göbel? Tags: Apple/ OS X, Bildbearbeitung, Software Kommentieren 2 Wer schreibt [...]